Wie du Lehm findest und reinigst, damit du töpfern kannst
Entdecke im Ratgeber, an welchen Orten du Lehm findest. Lerne, wie du den Lehm durch Einweichen, Sieben und Sedimentieren reinigst, um damit zu töpfern.
Von Martin Gebhardt. Schaue auf meine “Über mich”-Seite und abonniere meinen Newsletter.
👉 Das Wichtigste in Kürze
- Entdecke vielversprechende Orte wie Wildschweinsuhlen, Flussufer, Gräben und Senken, um hochwertigen Lehm zu finden.
- Lerne, wie du den gefundenen Lehm durch Einweichen, Sieben und Sedimentieren reinigst, um reinen Ton zu gewinnen.
- Erkenne guten Lehm anhand von Tests wie dem Klumpentest, Bageltest und Wassertest, um die Qualität sicherzustellen.
- Vermeide häufige Fehler beim Lehmwaschen wie zu wenig Wasser, Ungeduld oder schlampiges Abschöpfen.
- Rüste dich mit den richtigen Werkzeugen wie Schaufel, Eimer, Siebe und Trocknungstabletts für deine Lehm-Expedition aus.
- Lass dich inspirieren, dem Ruf des Lehms zu folgen und entdecke, wie das Töpfern dein Leben bereichern kann.
Ich saß 2024 in einem Seminar, fasziniert von den Möglichkeiten, die sich mit Lehm und Ton eröffneten.
Plötzlich stellte jemand die Frage:
Wo bekommt man eigentlich guten Lehm her?
In dem Moment fiel das Wort "Wildschweinsuhle" - und es traf mich wie ein Blitz!
Erst kürzlich hatte ich bei einem meiner Streifzüge durch die Wildnis eine solche Suhle entdeckt.
Wildschweine hatten den Boden aufgewühlt und die feuchte, lehmige Erde freigelegt. Damals dachte ich mir noch nichts dabei, aber jetzt sah ich sie mit ganz anderen Augen.
Kaum war das Seminar vorbei, packte ich meine Sachen und machte mich auf den Weg. Mein Herz schlug vor Aufregung, als ich mich der Suhle näherte.
Endlich würde ich meinen eigenen Lehm finden und mit ihm arbeiten können!
Ich krempelte die Ärmel hoch, grub meine Hände in die kühle Erde und spürte die samtige Textur des Lehms.
Ein unbeschreibliches Gefühl durchströmte mich. In diesem Moment wusste ich, dass dies der Beginn eines großen Abenteuers sein würde.
Doch schnell wurde mir klar: Einfach ein bisschen Lehm ausbuddeln reicht nicht.
Da musste noch viel mehr Arbeit investiert werden, bis ich das Material in den Händen halten konnte, das ich mir erträumt hatte.
Heute weiß ich, worauf es ankommt. Ich kenne die besten Stellen, an denen man fast immer fündig wird. Mit der richtigen Technik bekommst du den Lehm sauber und geschmeidig wie Butter.
Willst du wissen, wie das geht? Dann komm mit auf meine persönliche Lehm-Expedition. Ich verrate dir meine besten Tipps und Tricks.
Lehm und Ton finden – Meine persönlichen Geheimtipps
Als leidenschaftlicher Naturliebhaber und Töpfer halte ich ständig nach den besten Plätzen Ausschau, um hochwertigen Lehm und Ton zu finden.
Ich habe gelernt, wo du suchen musst und welche Orte besonders vielversprechend sind. Heute verrate ich dir meine persönlichen Geheimtipps!
Wildschweinsuhlen – Ein Paradies für Lehmsucher
Einer meiner Lieblingsplätze sind Wildschweinsuhlen. Wildschweine haben ein Gespür dafür, die besten Lehmvorkommen aufzuspüren. Sie wühlen den Boden auf und legen oft reinsten, hochwertigen Lehm frei. An solch einer Suhle habe ich schon so manchen Töpferschatz gehoben!
Flussufer und Bäche – Hier lagert sich der Lehm ab
An Flussufern und entlang von Bächen bin ich oft fündig geworden. Besonders, wenn das Wasser langsam fließt oder sich Staubecken gebildet haben, lohnt es sich für dich genauer hinzuschauen. Hier lagern sich über die Zeit feinste Lehmpartikel ab, die sich hervorragend fürs Töpfern eignen.
Gräben und Senken – Nach dem Regen ein Hotspot
Wenn ich durch die Natur streife, habe ich immer ein Auge für Gräben und Senken. Denn hier sammelt sich nach Regenfällen das Wasser und mit ihm feinster Lehm. Sobald die Stellen etwas abgetrocknet sind, buddele ich den Lehm aus. Die Qualität ist oft hervorragend!
Erdarbeiten und Baustellen – Ein Blick lohnt sich
Wann immer in meiner Nähe Erde bewegt wird, ob auf Baustellen oder bei sonstigen Erdarbeiten, zieht es mich magisch an. Denn hier werden oft lehmige Schichten freigelegt, die sonst unerreichbar wären. Mit etwas Glück findest du hier wahre Lehmschätze.
Lehmgruben und Steinbrüche – Bekannte Vorkommen
Es gibt Orte, die sind bei uns Töpfern legendär. Lehmgruben und Steinbrüche, in denen gezielt nach hochwertigem Ton gegraben wird. Manchmal lohnt sich für dich ein Ausflug oder du findest in deiner Nähe einen alten, verlassenen Steinbruch. Die Qualität des Lehms ist oft unschlagbar.
Auf den Spuren früherer Gletscher
Die Vorfahren unserer heutigen Gletscher haben in manchen Gegenden reinsten Lehm hinterlassen. Wenn du weißt, wo du suchen musst, kannst du hier fündig werden. In den Alpen zieht es mich immer wieder an eiszeitliche Stellen, um nach diesem ganz besonderen Gletscherlehm zu graben.
Wie du siehst, gibt es viele spannende Orte, um in der Natur Lehm und Ton zu finden. Mit etwas Abenteuerlust, Geduld und einem geschulten Blick wirst auch du fündig werden. Trau dich und erkunde deine Umgebung – es lohnt sich!
Vom Lehm zum Ton – So wasche ich meinen selbst gegrabenen Lehm
Wenn ich in der Wildnis unterwegs bin und eine Wildschweinsuhle mit frischem Lehm entdecke, juckt es mir sofort in den Fingern.
Denn ich weiß, mit etwas Arbeit kann ich daraus wunderbaren Ton für meine Töpferprojekte gewinnen. Heute verrate ich dir, wie ich dabei vorgehe.
Schritt 1: Lehm sammeln und grobe Verschmutzungen entfernen
Zuerst grabe ich ausreichend lehmigen Boden aus der Suhle aus. Die Wildschweine haben die Arbeit schon zum Teil erledigt, indem sie die Erde aufgewühlt haben. Trotzdem achte ich darauf, größere Steine, Wurzeln oder andere Verunreinigungen gleich zu entfernen.
Schritt 2: Lehm einweichen und Ton lösen
Zurück zu Hause fülle ich den Lehm in einen großen Eimer oder eine Wanne und gebe reichlich Wasser dazu. Je mehr Wasser, desto besser, denn der Ton muss sich richtig im Wasser verteilen können.
Dann heißt es: Rühren, rühren, rühren! Ich rühre die Mischung kräftig um, damit sich der Ton vom restlichen Material löst. Dann gieße ich alles durch ein grobes Sieb, sodass ich Äste, grobe Steine und Holz entferne.
Danach heißt es warten – einige Stunden lang lasse ich alles stehen, damit der Ton sich im Wasser absetzen kann.
Schritt 3: Ton abschöpfen und sedimentieren lassen
Jetzt kommt der spannende Teil: Das trübe, tonhaltige Wasser vorsichtig abschöpfen und in einen zweiten Behälter umfüllen. Schon sichtbares klares Wasser oben kannst du gleich entfernen.
Was passiert hier? Das Gemisch trennt sich. Unten im Eimer setzt sich Sand und Steine ab. In der Mitte das Lehmgemisch und oben das pure Wasser.
Hier eine Grafik, damit du siehst, was ich meine:
Das erfordert etwas Fingerspitzengefühl, denn der Sand und Kies soll möglichst unten im Behälter bleiben. Den abgeschöpften Ton lasse ich nun erneut einige Stunden oder sogar über Nacht ruhen, damit er sich mehr am Boden absetzen kann.
Schritt 4: Wasser abgießen, Ton trocknen und aufbereiten
Wenn sich der Ton abgesetzt hat, gieße ich weiteres überschüssige Wasser vorsichtig ab. Den flüssigen Ton gieße ich dann durch ein feines Sieb, damit ich so wenig wie möglich Schmutz im Lehm habe.
Danach gebe ich das Gemisch auch in eine Wanne und lasse die Sonne das Wasser verdunsten.
Ich lasse dann den Lehm noch weiter trocknen wie hier auf dem Bild. In dem Status ist er noch zu feucht und er braucht noch ein paar Stunden.
Sobald ich genügend zusammen habe, knete ich ihn kräftig durch. Dadurch erreiche eine schöne, gleichmäßige Konsistenz.
Am Ende besitze ich den fertigen Lehm.
Schritt 5: Ton verwenden oder lagern
Jetzt habe ich meinen selbst gewonnenen gereinigten Lehm – bereit für meine Töpferprojekte! Wenn ich ihn nicht sofort verarbeite, lagere ich ihn in luftdichten Behältern, damit er schön geschmeidig bleibt.
Je nachdem, wie rein der Lehm aus der Quelle war und wie hochwertig der Ton werden soll, wiederhole ich die Schritte auch mehrmals. Aber glaube mir – die Mühe lohnt sich!
Wenn du deinen selbst gegrabenen, gewaschenen Lehm in den Händen hältst, wirst du den Unterschied spüren.
Guten Lehm erkennen – Meine bewährten Methoden und Tests
Wenn ich in der Natur nach Lehm suche, verlasse ich mich mittlerweile auf meine Erfahrung und ein paar einfache, aber effektive Tests.
Ich möchte schließlich sichergehen, dass ich hochwertiges Material mit nach Hause nehme. Heute teile ich meine Erkenntnisse mit dir, damit auch du guten Lehm erkennen kannst – sowohl vor als auch nach dem Waschen.
Vor dem Waschen – Erste Qualitätschecks im Gelände
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Konsistenz-Prüfung: Ich nehme etwas feuchten Lehm in die Hand und fühle, ob er sich glatt und geschmeidig anfühlt. Guter Lehm lässt sich formen, ohne zu bröckeln oder zu reißen.
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Farbe: Die variiert je nach Fundort, aber ein gleichmäßiger, satter Farbton deutet meist auf eine ausreichende Qualität hin. Fleckige oder sehr blasse Farben lassen mich hellhörig werden – darin könnten Verunreinigungen oder zu viel Sand sein.
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Klumpentest: Für den Klumpentest forme ich eine feuchte Lehmkugel. Hält sie gut zusammen, bin ich schon mal zufrieden. Zerfällt sie leicht, könnte zu viel Sand drin sein.
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Riechtest: Beim Schnuppern achte ich auf einen milden, erdigen Duft. Riecht der Lehm faulig oder scharf, lasse ich lieber die Finger davon.
Nach dem Waschen – Den Lehm auf Herz und Nieren prüfen
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Bageltest: Ich forme aus dem Ton einen kleinen Ring und biege ihn vorsichtig. Guter Ton ist biegsam und zeigt keine Risse. Reißt er dagegen schnell ein, ist die Textur wahrscheinlich zu grob oder er ist nicht plastisch genug.
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Schrumpfung: Beim Trocknen beobachte ich, wie stark der Ton schrumpft. Guter Ton behält weitestgehend seine Form, während minderwertiger oft stark zusammenschrumpft.
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Glätte: Ist der Ton trocken, fühle ich die Oberfläche. Sie sollte schön glatt sein, ohne zu grobe sandige Körnung.
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Festigkeit: Das getrocknete Stück nehme ich dann fest in die Hand – guter Ton ist hart und robust. Zerbröckelt er oder bricht er total leicht, erfüllt er meine Ansprüche nicht.
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Wassertest: Zu guter Letzt ist da noch der Wassertest: Ich tauche den trockenen Ton kurz in Wasser. Er sollte seine Form behalten und nicht sofort zerfallen – ein Zeichen, dass er Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich aufzulösen.
Mit diesen Tests bin ich bisher immer gut gefahren. Sie helfen mir, schon im Gelände die Spreu vom Weizen zu trennen und später im Atelier sicherzustellen, dass ich wirklich hochwertiges Material in den Händen halte.
Probier es selbst aus – mit etwas Übung wirst du schnell ein Gefühl für guten Lehm entwickeln!
Fehler, die ich beim Lehmwaschen gemacht habe – und wie du sie vermeidest
Als ich anfing, meinen eigenen Lehm zu waschen, war ich voller Enthusiasmus. Endlich selbst gewonnener Ton für meine Projekte!
Doch schnell musste ich feststellen, dass der Weg zum perfekten Ton einige Tücken bereithält. Heute kann ich über meine anfänglichen Patzer schmunzeln, aber damals war ich oft frustriert. Damit du nicht dieselben Fehler machen musst, teile ich meine Erfahrungen mit dir.
Fehler 1: Zu wenig Wasser
Als ich das erste Mal Lehm wusch, kam ich vom Wasser tragen nicht mehr aus den Knien. "Weniger ist mehr", dachte ich. Falsch gedacht! Ich habe gelernt: Lehm braucht viel Wasser, um sich gut zu trennen. Nur so können sich die feinen Tonteilchen absetzen. Nimm also lieber genügend Wasser als zu wenig.
Fehler 2: Ungeduld
Geduld ist wirklich nicht meine Stärke. Beim Lehmwaschen musste ich sie jedoch lernen. Ton braucht Zeit, um sich abzusetzen. Wer zu schnell das Wasser abschöpft, riskiert sandigen, unreinen Ton. Mein Tipp: Lass dir Zeit, auch wenn’s kribbelt. Das Ergebnis wird dich belohnen.
Fehler 3: Grobes vergessen
Steine, Ästchen, Blätter – all das mag der Lehm. In meinem Ton wollte ich es jedoch nicht wiederfinden. Heute weiß ich: Das grobe Sieb ist mein Freund. Damit fische ich alle großen Störenfriede schon vor dem Waschen heraus. Eine lästige, aber lohnende Arbeit.
Fehler 4: Schmutzwasser
Sauberes Wasser ist das A und O beim Lehmwaschen. Das musste ich auf die harte Tour lernen, als mein mühsam gewaschener Ton dank Schmutzwasser matschig und grau wurde. Nimm also immer klares, sauberes Wasser, sonst war die ganze Arbeit umsonst.
Fehler 5: Schlampiges Abschöpfen
Am Ende des Waschprozesses war ich meist so ungeduldig, dass ich das überstehende Wasser recht rustikal abgoss. Dabei wirbelte ich den mühsam abgesetzten Ton und Sand wieder auf. Heute nehme ich mir die Zeit und schöpfe das Wasser vorsichtig ab. Das macht einen riesigen Unterschied!
Fehler 6: Klumpiger Ton
Einmal hatte ich keine Lust, den Lehm richtig mit dem Wasser zu vermischen. Das Ergebnis waren Tonklumpen, die sich partout nicht absetzen wollten. Also, kräftig rühren ist angesagt! Nur gut vermischter Lehm wird wirklich feiner Ton. (Ich nehme dazu einen alten Schneebesen)
Fehler 7: Wasser-Check vergessen
Ton ist launisch und reagiert empfindlich auf die Wasserqualität. Einmal wusch ich meinen Lehm mit sehr kalkartigem Wasser – die Konsistenz war danach sehr enttäuschend. Seitdem prüfe ich immer den pH-Wert. Neutrales Wasser ist der Schlüssel zu gutem Ton!
Fehler 8: Sonnenbrand für den Ton
In meinem Eifer legte ich den frisch gewaschenen Ton zum Trocknen in die pralle Sonne. Was für ein Reinfall! Er war rissig und bröselig. Heute weiß ich: Ton mag es schattig und luftig beim Trocknen. Zu viel Hitze lässt ihn buchstäblich platzen.
Aus Schaden wird man klug, heißt es. Beim Lehmwaschen trifft das definitiv zu. Jeder macht mal Fehler, aber wenn du dir meine Erfahrungen zu Herzen nimmst, kommst du dem perfekten selbst gemachten Ton schon einen großen Schritt näher!
Meine Ausrüstung für die Lehm-Expedition
Wenn ich losziehe, um Lehm zu sammeln und aufzubereiten, packe ich meinen Rucksack mit sorgfältig ausgewählten Werkzeugen und Materialien. Denn ich weiß: Die richtige Ausrüstung ist das A und O für erfolgreiches Lehmwaschen.
Mein treuester Begleiter: Die Schaufel
Eine robuste Schaufel ist mein treuester Begleiter auf jeder Lehm-Expedition. Mit ihr grabe ich den Lehm aus, egal ob in Wildschweinsuhlen oder an Flussufern. Sie ist sozusagen mein verlängerter Arm, ohne den ich aufgeschmissen wäre.
Eimer, meine Waschtrommel
Eimer sind meine Waschtrommel für den Lehm. Darin mische und rühre ich den Lehm mit reichlich Wasser, bis sich die feinen Tonpartikel vom groben Material trennen. Je größer die Eimer, desto besser – denn Lehm braucht Wasser zum Reinigen.
Siebe, die Schmutzfänger
Unterschiedliche Siebe sind meine Geheimwaffe gegen Steine, Wurzeln und anderen groben Schmutz im Lehm. Vor dem Waschen siebe ich den Lehm immer durch, das spart viel Arbeit später. Ich habe immer mehrere Siebe mit verschiedenen Maschengrößen dabei.
Wasser, mein flüssiges Gold
Ohne Wasser geht beim Lehmwaschen gar nichts. Deshalb plane ich meine Expeditionen immer so, dass ich in der Nähe einer Wasserquelle bin. Sei es ein Bach, ein See oder ein Brunnen – ich brauche viel von dem kühlen Nass.
Rührstab, mein verlängerter Arm
Um den Lehm wirklich gründlich mit dem Wasser zu vermischen, braucht es Kraft und einen langen Arm. Da kommt mein Rührstab ins Spiel. Das kann ein langer, stabiler Stock sein oder ein spezielles Rührwerkzeug, wie ein Schneebesen. Hauptsache, damit lässt sich der Lehm richtig durchwirbeln.
Handschuhe, meine zweite Haut
Lehmwaschen ist eine schlammige Angelegenheit. Um meine Hände zu schützen, trage ich manchmal robuste Gummi- oder Arbeitshandschuhe. Die schützen mich vor scharfkantigen Steinen und Wurzeln und ersparen mir Schrubben nach getaner Arbeit.
Zweiter Eimer, mein Tonbad
Ist der Lehm einmal durchgewirbelt, braucht es einen zweiten Eimer oder eine große Wanne. Hier hinein schöpfe ich vorsichtig das trübe Wasser mit den feinen Tonpartikeln. In diesem "Tonbad" kann sich dann der reine Ton vom restlichen Schmutz trennen.
Strumpfhose, mein Geheimtipp
Ein Geheimtipp für besonders feinen Ton ist eine alte Feinstrumpfhose oder eine Stoffwindel. Wenn ich das Tonwasser durch die Strumpfhose filtere, bleiben auch kleinste Schmutzpartikel hängen. Das Ergebnis ist wunderbar feiner, reiner Ton.
Trocknungstabletts, meine Sonnenterrassen
Ist der Ton erst mal gewaschen, braucht er einen Platz zum Trocknen. Dafür nutze ich flache Schalen, Wannen oder Trocknungstabletts. Auf diesen "Sonnenterrassen" kann der Ton in Ruhe an der Luft trocknen, ohne dass er verunreinigt wird.
Ich warte dann so lange, bis der Lehm die richtige Konsistenz besitzt.
Tücher und Folie, der Feuchtigkeitsmanager
Zu viel Sonne ist nichts für frisch gewaschenen Ton. Deshalb habe ich immer Plastikfolie und feuchte Tücher dabei, um den trocknenden Ton abzudecken, falls es zu heiß wird. So trocknet er schön langsam und gleichmäßig, ohne Risse zu bekommen.
Mit dieser Ausrüstung im Gepäck bin ich für jede Lehm-Expedition gewappnet. Es hat eine Weile gedauert, bis ich meine perfekte Packliste zusammen hatte, aber nun bin ich für jede Lehmschlacht gewappnet. Und glaub mir, es gibt nichts Befriedigenderes, als mit dem selbst gewaschenen Ton nach Hause zu kommen und daraus etwas zu erschaffen!
Was ist der Unterschied zwischen Lehm und Ton?
Lehm und Ton – für mich als Töpfer und Naturliebhaber sind das zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind.
Doch auch wenn sie oft in einem Atemzug genannt werden, gibt es einige wichtige Unterschiede, die ich verstehen gelernt habe.
Hier die Unterschiede:
Eigenschaft | Lehm | Ton |
---|---|---|
Zusammensetzung | Mischung aus Ton, Schluff (Silt), Sand und manchmal organischen Bestandteilen | Feinste Partikel in der Mischung (kleiner als 0,002 mm) |
Plastizität | Variabel, abhängig von der Zusammensetzung | Sehr plastisch und formbar, wenn feucht |
Verwendung | Häufig als Baustoff (z. B. Lehmziegel, Lehmputz) | Vor allem in der Keramik- und Töpfereiherstellung |
Vorkommen | Weit verbreitetes Sediment, oft oberflächennah | Seltener, meist in tieferen Erdschichten |
Wasseraufnahmefähigkeit | Geringer als reiner Ton, abhängig von der Zusammensetzung | Hoch, quillt auf, wenn nass |
Dem Ruf des Lehms folgen – Wie das Töpfern mein Leben veränderte
Meine Reise in die Welt des Lehms hat mich gelehrt, dass man mit Neugier, Geduld und etwas Abenteuergeist die unglaublichsten Schätze finden kann.
Aus einer einfachen Frage im Töpfer-Seminar wurde eine Leidenschaft, die mich tief mit der Natur verbunden hat.
Das Ausgraben, Aufbereiten und Formen von Lehm ist für mich nicht nur ein Handwerk, sondern eine Art Meditation.
Wenn ich meine Hände in den feuchten Ton tauche, fühle ich mich geerdet und im Einklang mit der Erde.
Jedes selbst getöpferte Stück trägt die Spuren dieser innigen Verbindung.
Diesen Zauber möchte ich auch anderen Menschen nahebringen. Denn ich glaube, dass in jedem von uns ein Naturliebhaber und ein Töpfer steckt. Man muss nur den Mut haben, sich auf das Abenteuer einzulassen.
Also, worauf wartest du noch? Schnapp dir eine Schaufel, zieh los in die Wildnis und folge dem Ruf des Lehms.
Ich verspreche dir, es wird dich verändern – so wie es mich verändert hat. Denn es gibt nichts Schöneres, als ein Stück Natur mit den eigenen Händen zu formen und ihm neues Leben einzuhauchen.
In diesem Sinne – auf zu neuen Lehm-Abenteuern!
P. S. Du suchst die hochwertigste Outdoor-Ausrüstung? Dann gehts hier zu den Kaufratgebern. Finde hier meine Liste zur eigenen Ausrüstung, die ich regelmäßig nutze.
Autor des Ratgebers
Martin Gebhardt
Hey, ich bin Martin und ich bin Wildnis-Mentor. Auf meinem Blog lernst du die Basics sowie zahlreiche Details zum Outdoor-Leben. Schnapp dir meine 35 einfach umsetzbaren Survival-Hacks, um ab morgen nicht mehr planlos im Wald zu stehen. Lies mehr über mich auf meiner “Über mich”-Seite.
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