Was ist ein Hobo? [Aufbau, Funktion, Vor- und Nachteile]

Kategorie: Ausrüstung

erstellt am 21.05.2019 | aktualisiert am 05.07.2019 | noch kein Kommentar

Was ist ein Hobo? [Aufbau, Funktion, Vor- und Nachteile]

Es gibt viele Möglichkeiten, deine Feuerstelle einfach mitzunehmen. Der Hobo-Ofen ist eine dieser Möglichkeiten. Er ist ein mobiles Lagerfeuer, deine eigene Feuerstelle für die Hosentasche.

Der Hobokocher, wie der Hobo-Ofen auch genannt wird, funktioniert nach dem sogenannten Kamin-Effekt. Dazu aber gleich mehr.

Du musst für einen Hobo nicht noch zusätzliches Gewicht durch Gas oder andere Brennstoffe mit dir herumschleppen.

Die Brennmaterialien, die der Hobo hauptsächlich benötigt, entnimmst du einfach direkt der Natur. Praktisch, oder?

Er ist klein, bringt kaum Gewicht auf die Waage und passt durch seine kompakte Größe in jeden Rucksack.

Auf die genauen Vor- und Nachteile gehe ich später noch näher ein.

Bedeutung und Wortherkunft

Der Hobo erlebte seine Hochzeit während der Großen Depression, der Great Depression, der besonders schweren Wirtschaftskrise in Amerika. Sie begann 1929 mit dem Schwarzen Donnerstag und klang über die 1930er Jahre ab.

Hauptsächlich genutzt wurde der Hobo zu dieser Zeit von nordamerikanischen Wanderarbeitern. Diese wurden auch als Hobos bezeichnet. Von ihnen wird sein Name abgeleitet.

Der Hobo diente den Arbeitern primär als Heizung, aber auch als Herd.

Aufbau und Funktion

Was ist ein Hobo? Ein Hobo ist ein Metallgefäß, das als Brennraum dient. Auf den Hobo stellst du einen Topf oder eine Tasse, die dadurch erhitzt wird. Der untere Teil des Gefäßes ist mit Löchern versehen, durch welche Luft angesaugt wird. Hier findet das Prinzip des Kamin-Effekts Anwendung.

Der Hobo ist effektiver, wenn der genutzte Brennstoff auf einer Art Rost aufliegt.

So wird auch von unten die Luft angesaugt, nicht nur von den Seiten. Abgase, sowie eventuell entstehender Rauch verlassen den Hobo über die Abzugsöffnungen. Diese befinden sich am oberen Rand des Gefäßes.

Hier siehst du Profi-Modelle:

Hobo Ofen
Hobo Ofen

Das Feuer im Hobo wird durch die metallenen Wände konzentriert.

Die Wärme strahlt nicht nach außen ab, sondern verbleibt im Gefäß.

Durch den Kamineffekt kommt es zu einer besonders hohen Zufuhr an Sauerstoff. Somit verbrennen auch kleine Mengen an Holz komplett. Der Hobo erreicht hohe Temperaturen.

Was die Leistung betrifft, befindet sich ein kleiner Hobo meist weit über den Werten eines tragbaren Spirituskochers. Gas- oder Benzinkocher hingegen bieten immer noch etwas mehr.

Aufpassen musst du in einer windigen Umgebung. Wie es bei allen offenen Kochsystemen der Fall ist, verringert Wind die Leistung deines Hobos stark.

Für den Hobo typisches Brennmaterial ist unter anderem Astholz, das am Boden gefunden wurde. Auch Zapfen, Reisig und andere, brennbare Abfälle eignen sich gut für den Hobo.

Durch das Entstehen hoher Temperaturen hast du die Möglichkeit, auch nasses oder morsches Holz zu verheizen.

Suppe mit dem Hobo
Suppe mit dem Hobo

Flüssigbrennstoffe verwenden

Bei einem Hobo mit geschlossenem Boden bietet sich dir zusätzlich die Alternative, ihn mit Flüssigbrennstoffen zu betreiben.

Du solltest bei stark flüchtigen Brennstoffen, darunter Benzin oder Spiritus, diese allerdings mit einer Sandschicht binden. So entgehst du der Gefahr von Verpuffungen und Stichflammen.

Es gibt weiterentwickelte Hobos, die auf dem Prinzip der Holzvergasung basieren. Hierbei kommt es zu einer vollständigen Verbrennung durch die doppelte Wand. Zudem kommt es zu keiner Rauchbildung.

Vor- und Nachteile

Wie alles im Leben hat auch der Hobo-Ofen einige Vor- und Nachteile.

Vorteile

  • Hobo-Kocher benötigen keine Brennstoffe, die du unbedingt mitnehmen musst, wie Gaskartuschen. Nutze, was du in der Natur vorfindest.
  • Hobos verursachen dadurch auch weniger Müll.
  • Hobo-Öfen sind effizienter, da sie mit höherer Temperatur verbrennen und weniger Wärme verloren geht. Dadurch benötigst du auch weniger Brennstoff.
  • Ein Hobo ist klein, kompakt und leicht. Somit eignet er sich ideal für deine Trekking-, Bushcraft- oder Survival-Tour.
  • Der Betrieb eines Hobos in der Natur wird zum Teil weniger streng betrachtet als das Entzünden eines Lagerfeuers.
  • Verbrennt auch nasses Holz effektiv.

Nachteile

  • Nicht zur Verwendung innerhalb von Zelten oder geschlossenen Räumen geeignet. Es besteht die Gefahr der Erstickung und der Stauung von Verbrennungsprodukten.
  • Du kannst mit deinem Hobo nur schwer die ganze Familie versorgen. Eine Tasse Kaffee oder ein Mittagessen stellen kein Problem dar. Unter Umständen funktioniert auch das romantische Menü für Zwei mit dem Hobo.
  • Durch seine kompakte, kleine Größe erfordert der Hobo einige Vorbereitungsarbeit. Das Brennholz muss sehr klein sein.
  • In großen Höhen nicht einsetzbar. Dies hängt mit dem Luftdruck zusammen.
  • Besonders hartnäckige, starke Verunreinigung von Ausrüstung und Kochgeschirr. Diese entsteht durch die Bildung von Ruß und Rauch.
  • Der Hobo ist nur beschränkt einsetzbar. In vielen Wäldern gilt das Verbot von offenen Feuern. Auch in anderen Gebieten gelten Brandschutzvorschriften und Naturschutzgesetze. 
  • (Hier alles zu “Ist ein Feuer im Wald erlaubt?”)

Unterschied zum Raketenofen

Vermutlich denkst du dir, dass sich das doch nach dem guten, altbekannten Raketenofen anhört. Grundsätzlich richtig gedacht. Der Hobo ist, wenn du so willst, eine Weiterentwicklung des Rocket Stove.

Der größte Unterschied besteht hierbei in den verstärkten, dickeren Metallwänden. Durch die stärkere Isolierung erreicht dein Hobo eine weit höhere Temperatur, von der auch weniger an die Umgebung abgestrahlt wird.

Dadurch sparst du dir auch bis zu 70 % deines Brennholzes ein.

Hobo-Ofen selber bauen

Habe ich dich überzeugt und willst du jetzt deinen eigenen Hobo-Ofen haben?

Nun, neben dem einfachen Kauf eines solchen, besteht für dich auch die Möglichkeit, einen Hobo-Ofen selber zu bauen.

Dadurch sparst du dir zum einen dein Geld, zum anderen bietet sich dir die Gelegenheit, das System einmal auszutesten.

So stellst du fest, ob du überhaupt mit einem Hobo zusammenpasst, bevor du ungefähr 100 Euro für ein Profi-System ausgibst.

Was du brauchst

Dazu benötigst du einfach nur eine leere, ausgewaschene Konservendose und das notwendige Werkzeug. Zunächst musst du dich entscheiden, ob du die Dose umdrehen und den eigentlichen Boden als Heiz- bzw. Kochfläche nutzen möchtest.

Einfacher ist es, wenn du den Boden als Boden belässt. Bohre mit einem entsprechenden Bohrer mehrere Löcher in den Boden.

Außerdem brauchst du mehrere Bohrungen im Bodenbereich an der Seite entlang, in der Höhe von etwa einem bis zwei Zentimetern.

Einfacher Hobo Ofen
Einfacher Hobo Ofen

Das war auch schon der ganze Aufwand. Nun hältst du die Grundvariante deines eigenen Hobo-Kochers in Händen.

Du kannst diesen nach Belieben weiterentwickeln.

Du hast zum Beispiel die Möglichkeit, aus einem Lüfter-Gitter von einem alten PC oder ähnlichem einen Rost zu basteln. Diesen legst du auf die Dose. So wird auch ein kleines Gefäß warm, welches sonst in deinen Hobo hineingefallen wäre.

Oder du verpasst dem Hobo ein paar Standfüße, so kommt noch mehr Luft von unten heran.

Möchtest du es noch bequemer, so schneide eine Öffnung in die Mitte der Seitenwand. Dann kannst du einfach das Feuerholz nachlegen ohne den Rost zu entfernen.

Eine weitere Möglichkeit des Aufbesserns des grundlegenden Hobo-Systems ist das Erweitern auf das noch effektivere Holzvergaser-Prinzip.

Kaufempfehlungen

Nicht jeder möchte sich einen Hobo-Ofen selbst machen.

Es gibt günstige Modelle für Einsteiger, die recht klein sind.

Outdoor-Kocher Bushbox

Outdoor-Kocher Bushbox
  • Die BushBox ist ein kleiner, handlicher und preisgünstiger Steck-Hobo. Aus rostfreiem Edelstahl (1.4301) und trotzdem nur 260 Gramm leicht (einschließlich Tasche), passt mit 9x11,5 cm in jede Hosentasche und liefert mit kleinem Budget eine Riesen-Leistung.
  • Mit integrierter Aschepfanne als Bodenschutz. Durch die mitgelieferten Topfauflagen für jede Tassengröße oder auch als Grill verwendbar (die Topfauflagen lassen sich in zwei Positionen verwenden, siehe Detailbilder).
  • Multi-Fuel: Kann mit Holz, organischem Material, Trangia, Esbit etc. betrieben werden
  • Alternativ auch einsetzbar mit Trangia, Brennpaste, Esbit etc. oder auch als Windschutz für Brenner. Der Kocher ist komplett in Deutschland hergestellt.

ab EUR 29,90

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Oder die hochpreisigen Profi-Modelle, die eine gute Größe haben und teilweise aus Titan sind.

Bushbox XL Profi-Set

Bushbox XL Profi-Set
  • Das komplette Ausrüstungsset in der meistgekauften Kombination: Bushbox XL, Universalrost (verwendbar als Grill, Trangia-Plattform, Einlage für Holzkohle) und strapazierfähige Outdoor-Tasche - im Set günstiger!

ab EUR 97,70

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Bushbox XL Titanium

Bushbox XL Titanium
  • Unsere Bushbox XL in der extraleichten Titan-Ausführung!
  • Nur 490g schwer (540g mit Tasche).
  • Packmaß (zusammengelegt in der Tasche): 21 x 17 x 1 cm (ohne Tasche 19 x 12,5 x 1 cm).
  • Die thermisch besonders belasteten Teile (Bodenblech, Topfauflagen) sind aus Edelstahl.

ab EUR 159,90

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Kochen in der Wildnis

Es hat sich rund ums Kochen in der Wildnis eine ganze Gemeinschaft gebildet.

Immer mehr Naturfreunde genießen das Kochen im Freien. Das ursprügliche Kochen mit wenig Materialien, ohne Müll und Fertigsuppen.

Dazu empfehle ich dir ein großartiges Buch.

Einfach draußen kochen mit dem Hobo: Das Bushcraft Essentials-Kochbuch

Einfach draußen kochen mit dem Hobo: Das Bushcraft Essentials-Kochbuch
  • Umgang und Kochen mit den Hobo Lebensmittel Qualität und Lagerung Mit vielen Rezepten wie z.B. Pakoras
  • Bierteig
  • Rösti
  • Speckknödel

ab EUR 15,00

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Berichte auch gerne, ob du schon Erfahrungen mit dem Hobo gemacht hast. Bist du ein großer Freund dieses Systems oder ist das nichts für dich? Warum?

Oder hast du heute zum ersten Mal vom Hobo-Kocher gehört? Wenn das der Fall ist, lade ich dich hiermit ein, ein Kommentar darüber zu verfassen, was du davon denkst. Wirst du dir einen Hobo kaufen oder sogar selber bauen?



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Über den Autor

Martin Gebhardt

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