Wie du überprüfst, ob eine Pflanze essbar ist [Genießbarkeitstest]

Kategorie: Survival

erstellt am 13.05.2019 | aktualisiert am 08.07.2019 | noch kein Kommentar

Wie du überprüfst, ob eine Pflanze essbar ist [Genießbarkeitstest]

Es gibt viele Pflanzen, die essbar sind.

Doch einige solltest du unbedingt meiden.

Alle Pflanzen auf der Welt zu kennen, ist unmöglich.

In diesem Artikel lernst du, was weltweit gültig ist. Außerdem zeige ich dir, wie du überprüfst, ob eine Pflanze essbar ist ohne nachteilige Folgen.

Welche Pflanzen du meiden musst

Vermeide grundsätzlich Pflanzen, die:

  • klebrig sind
  • milchige, weiße oder gelbliche Säfte haben
  • Früchte haben, die in genau fünf Teile gegliedert sind (Apfelsine ist z. B. in viele Teile gegliedert)
  • die Warnfarbe rot haben
  • die glänzende Blätter haben
  • die gelbe oder weiße Beeren haben
  • die Samen in einer Schote haben
  • die nach Seife schmecken
  • die regenschirmförmig sind oder regenschirmförmigen Blüten haben

Oben schrieb ich, dass du Pflanzen meiden sollst, die milchige Säfte haben. Sicher denkst du gleich an den Löwenzahn. Dieser ist eine Ausnahme und es wird immer Ausnahmen geben.

Weiterhin schrieb ich, dass du rote Früchte meiden sollst. Auch das ist nur der Richtwert für unbekannte Pflanzen. Wenn du die Pflanzen und Früchte kennst, wie die Tomate oder den Apfel, dann gilt die Aussage natürlich nicht.

Es geht hier um Faustregeln, die weltweit gültig sind. Es ist besser, dass du dich daran hältst als leichtsinnig zu sein.

Unten siehst du den roten Fingerhut. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Zwei Blätter können zu einer tödlichen Vergiftung führen.

roter Fingerhut
roter Fingerhut

Tiere beobachten

Eine weitere Faustregel ist, dass du beobachtest, was Tiere essen.

Was Spatzen oder Tauben essen, kann für dich nicht schlecht sein. Bist du in anderen Ländern unterwegs, kannst du Affen oder kleine Säugetiere beobachten.

Was diese essen, kannst du ohne langes Testen probieren.

Spatzen essen Sonnenblumenkerne
Spatzen essen Sonnenblumenkerne

Der Genießbarkeitstest

Deine Auswahl hat sich nun schon beschränkt aufgrund der Pflanzen, die du meidest.

Nun hast du eine Pflanze oder Frucht vor dir liegen und musst sie auf Genießbarkeit überprüfen.

Ist es eine Pflanze, dann schau unter die Pflanze. Liegen darunter tote Insekten? Dann zieh weiter.

Wenn nicht, gehe vor wie folgt:

1. Geruch überprüfen

Zereibe dazu eine kleine Probe der Pflanze zwischen deinen Fingern.

Rieche an der Probe. Riecht es unangenehm und eklig, lass die Pflanze links liegen.

Ist der Geruch angenehm, gehe zu Schritt zwei: Teste ein kleines Stück.

2. Zungentest

Ist der Geruch in Ordnung, so taste mit deiner Zunge ein wenig daran.

Schmeckt es bitter oder ist es ätzend, dann brichst du hier den Genießbarkeitstest ab.

Ist die Probe in Ordnung, so gehe zu Schritt drei: Schluckprobe.

3. Schluckprobe

Nimm die Probe der Pflanze und schlucke sie herunter.

Warte nun unbedingt eine halbe Stunde.

Beachte deinen Körper. Wie reagiert er in der Zeit?

Spürst du keine Veränderungen, wie Magenschmerzen, Schluckauf, Würgereiz oder Speiseröhrenkrampf, dann gehe zu Schritt vier über.

4. Iss eine größere Menge

Wenn du bei Schritt vier angekommen bist, hast du keine Beschwerden – das ist gut.

Iss nun eine größere Menge der Pflanze und warte wieder ab.

Nimm dir eine Stunde Zeit bevor du weitere Mengen isst.

Nach spätestens 24 Stunden wirst du wissen, ob die Pflanze in Ordnung ist.

Erst dann kannst du sie in deinen Speiseplan integrieren.

Wenn Übelkeit und Schmerzen auftreten

Ist dir schlecht oder hast du Schmerzen, so entleere deinen Magen.

Steck dazu deinen Finger tief in den Hals.

Am besten trinkst du vorher noch einen großen Schluck Salzwasser.

Dann kommt definitiv alles raus.

Pflanzen als Nahrung

Jetzt die Ernüchterung: Pflanzen sind leider keine Energielieferanten.

Brauchst du viel Energie, bist du auf Kohlenhydrate und Eiweiße angewiesen.

Pflanzen besitzen hauptsächlich Vitamine und Balaststoffe.

Aber es gibt noch den positiven Effekt, dass dein Magen etwas zu tun hat und die Illusion, dass du etwas Gutes für deinen Körper getan hast.

Beispiele für essbare Pflanzen

In unseren heimischen Wäldern gibt es leckeren Waldsalat.

Zum Beispiel:

  • Bärlauch
  • Löwenzahn
  • Giersch
  • Vogelmiere
  • Gänseblümchen
  • Breitwegerich
  • Sauerampfer
  • Spitzwegerich
  • Kamille
  • Topinambur
  • junge Birkenblätter
verschiedene Pflanzenarten
verschiedene Pflanzenarten

Darfst du überall im Wald sammeln?

Leider nein. In Naturschutzgebieten darfst du keine Pflanzen sammeln.

Auch nicht in Wäldern, in dem der Waldbesitzer dies durch Schilder verbietet.

Ansonsten kannst du aus Wald und Wiesen kleine Mengen für den Hausgebrauch mitnehmen.

Buchempfehlungen

Es gibt Hunderte von Pflanzen und viele wurden einwandfrei durch Bücher beschrieben.

Ich möchte dir zwei gute Bücher dazu empfehlen.


Meine Frage an dich: Hast du schon mal Pflanzen aus dem Wald gegessen?

Wie hast du probiert, ob die Pflanze essbar ist?



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Über den Autor

Martin Gebhardt

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