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Essbare Wildblüten: Mein Praxis-Guide für die wilde Blütenküche

Essbare Wildblüten: Mein Praxis-Guide für die wilde Blütenküche

Welche Wildblüten kannst du essen? 20 sichere Arten, Rezepte, giftige Doppelgänger und meine Sammelregeln. Holunder, Veilchen, Löwenzahn und mehr.

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👉 Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa 20 sichere Arten stehen dir von März bis Oktober zur Verfügung – kostenlos, vielfältig und kulturell tief verwurzelt.
  • Drei eiserne Regeln: 100 % bestimmen, nur an unbelasteten Standorten ernten, niemals mehr als ein Drittel des Bestands nehmen.
  • Anfänger:innen kommen mit 6–8 unverwechselbaren Arten weit: Holunder, Löwenzahn, Gänseblümchen, Wildrose, Linde, Rotklee, Schafgarbe, Taubnessel.
  • Doldenblütler sind Profi-Terrain – Wiesenkerbel, Wilde Möhre und Bibernelle sind essbar, aber von Schierling und Hundspetersilie schwer zu unterscheiden.
  • "Im Zweifel nicht essen" ist die wichtigste Regel der gesamten Wildkräuterküche.
  • Drei Saisonspitzen: April/Mai (Veilchen, Löwenzahn), Mai/Juni (Holunder, Robinie, Linde) und Juli/August (Mädesüß, Königskerze, Malve).

Ich erinnere mich noch genau.

Es war einer unserer ersten gemeinsamen Frühsommer in Berlin. Meine Frau Sarah hatte irgendwo gelesen, dass man Holunderblüten essen kann.

"Wirklich? In Bierteig ausgebacken?"

Ich war skeptisch. Ich kannte den Holunder als Sirup-Lieferant, aber Holunderdolden frittieren? Klang nach einer dieser Ideen, die zwischen "schöne Theorie" und "kulinarische Katastrophe" landen.

Wir haben die Dolden gepflückt. Direkt am Berliner Stadtrand, weit weg von der Straße. Sarah hat den Bierteig angerührt – ich war zuständig fürs Frittieren.

Und dann das.

Diese herrlich krossen, leicht süßen, vom Pollenduft umschmeichelten Hollerküchle. Wir haben sie noch heiß mit Puderzucker bestreut und einfach mit den Fingern gegessen.

Ich war platt.

Da war ich also – Mitte 30, frisch im Wildnispädagogik-Modus – und musste feststellen: Ich hatte 35 Jahre lang an einem der köstlichsten Frühsommer-Geschenke vorbeigelaufen.

Seitdem ist der Holunder einer meiner besten Freunde.

Und er ist nur der Anfang.

Warum essbare Wildblüten dein Naturjahr verändern

Wenn du anfängst, Wildblüten zu sammeln und zu verarbeiten, passiert etwas mit dir.

Du gehst nicht mehr durch die Welt – du bewegst dich durch sie.

Plötzlich siehst du. Du bemerkst, dass die Robinie in deiner Straße blüht. Dass die Gänseblümchen im Park unverwechselbar sind. Dass das, was du immer für "Unkraut" gehalten hast, dein nächstes Salat-Topping sein könnte.

Das ist eine andere Art, in der Welt zu sein. Und genau das verbindet die Wildkräuterküche mit der Wildnispädagogik: Sie macht uns wieder aufmerksam.

👉 Mehr dazu, warum Naturverbundenheit so wichtig ist: Naturverbundenheit aufbauen und stärken

Die 20 wichtigsten essbaren Wildblüten – kompakt vorgestellt

Ich gehe hier nicht auf jedes Detail ein. Wer Steckbriefe will, findet sie in jedem Bestimmungsbuch. Mir geht es um Praxis – was du wirklich brauchst.

Die unverwechselbaren Klassiker (für Anfänger)

1. Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Verholzter Strauch, weiße tellerförmige Blütenrispen, hängend. Der Klassiker für Sirup, Hollerküchle, Sekt, Gelee. Mehr dazu: Holunder: Was Wildnismentoren über den Hollerbusch wissen

2. Löwenzahn (Taraxacum officinale) – Leuchtend gelbe Blüten, hohle Stängel mit Milchsaft. Klassiker: Löwenzahnhonig (Sirup mit Zucker und Zitrone, lange einkochen). Mehr zur Pflanze: Überlebenskünstler Löwenzahn

3. Gänseblümchen (Bellis perennis) – Weiße Zungenblüten mit gelbem Zentrum. Knospen lassen sich als "falsche Kapern" einlegen. Eines der häufigsten und unverwechselbarsten Wildkräuter. Mehr Details: Vielseitiges Gänseblümchen

4. Wildrose / Heckenrose (Rosa canina) – Stachelig, einfache rosa-weiße Blüten. Süßlich-blumig, parfümiert. Perfekt für Sirup, Gelee, kandierte Blütenblätter. Im Herbst gibt's Hagebutten als Vitamin-C-Bombe.

5. Duftveilchen (Viola odorata) – Tief violette kleine Blüten, herzförmige Blätter, März bis April im Halbschatten. Klassiker: kandierte Veilchen (mit Eiweiß und Puderzucker, 1-2 Tage trocknen lassen).

6. Rotklee (Trifolium pratense) – Kugelige rosa-purpurne Blütenköpfe. Honigsüß, mild. Roh im Salat, als Tee, im Sirup. Tipp für Kinder: Rotklee-Limonade ändert mit Zitronensaft die Farbe.

7. Linde (Tilia platyphyllos / cordata) – Großer Baum, gelbliche Blüten an typischem Hochblatt. Honigsüß, blumig. Klassischer Lindenblütentee bei Erkältung.

8. Taubnessel (Lamium album / purpureum) – Vierkantiger Stängel, Blätter ähneln Brennnessel, brennen aber nicht. Der süße Nektar im Blütenkelch ist ein Kindheitsklassiker zum Aussaugen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Die Fortgeschrittenen-Pflanzen

9. Wiesensalbei (Salvia pratensis) – Blau-violette Lippenblüten, Mai bis August. Mild salbeiartig, würzig.

10. Schafgarbe (Achillea millefolium) – Fein gefiederte Blätter, weiße Doldentrugdolden. Würzig-bitter. Mehr Details: Die gemeine Schafgarbe

11. Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria) – Hohe Staude auf feuchten Wiesen, weiße wolkige Trugdolden mit Honig-Mandel-Duft. Enthält natürliche Salicylsäure. Vorsicht: Nicht bei Salicylat-Unverträglichkeit, Schwangerschaft, Kindern unter 12. Mehr: Mädesüß als Wildkraut und Heilpflanze

12. Königskerze (Verbascum densiflorum) – Bis 2,5 m hohe Blütenkerze, goldgelbe Blüten. Klassisches Mittel bei Husten und Bronchitis. Tipp: Tee unbedingt durch Kaffeefilter abseihen wegen feiner Härchen.

13. Wilde Malve / Käsepappel (Malva sylvestris) – Rosa-violette Blüten mit dunklen Adern. Mild, schleimig. Tee am besten als Kaltauszug (12 Stunden) für die wertvollen Schleimstoffe.

14. Gundermann (Glechoma hederacea) – Niedrig kriechend, blauviolette Lippenblüten. Würzig-pfefferminzig, stark aromatisch. Sparsam dosieren.

15. Wegwarte (Cichorium intybus) – Hellblaue Strahlenblüten an sparrigem Stängel. Leicht bitter, herb. Wurzel als Kaffeeersatz.

16. Kornblume (Centaurea cyanus) – Leuchtend kornblumenblaue Korbblüten. Geschmacksneutral, vor allem optisch in Salaten und Tees.

17. Robinie / Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia) – Weiße hängende Blütentrauben, Bergamotte-Jasmin-Duft. Wichtig: Nur die geöffneten Blüten verwenden – Rinde, Blätter, Samen sind giftig. Mehr zur Robinie und ihren Schattenseiten: Giftige Hölzer beim Schnitzen, am Lagerfeuer und in der Wildnisküche

18. Echte Schlüsselblume (Primula veris) – Dottergelbe glockige Blüten. Achtung: In vielen Bundesländern geschützt! Nur im eigenen Garten ernten.

19. Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) – Kleine weiße Kreuzblüten. Knoblauchig-pfeffrig. Mehr: Die Knoblauchsrauke

20. Hornveilchen / Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) – Mehrfarbige Blüten, mild süßlich. Perfekt für Salate und Eiswürfel.

Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Sammeln – meine Regeln

Hier die Sammelregeln, die ich seit Jahren mit meinen Kursteilnehmenden teile:

✅ Wo ja:

  • Ungedüngte Naturwiesen
  • Waldränder
  • Streuobstwiesen
  • Eigener Bio-Garten
  • Magerrasen

❌ Wo nein:

  • Straßenränder (mindestens 5 m, besser 10 m Abstand)
  • Hundeauslaufzonen
  • Gespritzte Felder
  • Industriegebiete
  • Bahndämme (Herbizide)

🕰️ Wann:

  • Später Vormittag bis frühe Mittagszeit, wenn der Tau weg ist
  • Nach 24 Stunden ohne Regen
  • Frisch aufgeblüht – nicht knospig (außer für "Kapern"), nicht überreif

🧺 Wie:

  • Korb oder Stoffbeutel statt Plastiktüte
  • Maximal ein Drittel des Bestands ernten
  • Blüten besser nicht waschen, nur ausschütteln (Pollen = Aroma)
  • 100 % Bestimmung – sonst stehen lassen

In Deutschland gilt die Handstraußregel (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). Grob: Was du mit einer Hand greifen kannst, darfst du für den Eigenbedarf außerhalb von Schutzgebieten mitnehmen.

Die wichtigsten giftigen Doppelgänger

Jetzt der ernste Teil. Die meisten Vergiftungsfälle in Deutschland und Österreich passieren beim Bärlauch-Sammeln im Frühjahr durch Verwechslung mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlose.

Essbar Giftiger Doppelgänger Wichtigstes Merkmal
Bärlauch Maiglöckchen Geruchstest: Bärlauch riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch. Bärlauchblattunterseite matt, Maiglöckchen glänzend. Bärlauchblätter haben einen eigenen, deutlich erkennbaren Stiel, der einzeln aus dem Boden wächst.
Bärlauch Herbstzeitlose Hochgiftig, schon 60 g können tödlich sein. Bärlauchblätter sind dünn, weich und matt auf der Unterseite. Herbstzeitlosenblätter sind eher fest, ledrig und glänzen auf Ober- und Unterseite. Kein Knoblauchgeruch. Herbstzeitlosenblätter wachsen direkt aus dem Boden, oft 2–3 Blätter ineinander verschachtelt, und wirken "stengellos".
Bärlauch Aronstab Bärlauchblätter sind parallelnervig (die Blattadern verlaufen parallel zueinander). Aronstabblätter haben hingegen netzartig verzweigte Adern. Bärlauchblätter wachsen einzeln aus einem eigenen Stiel. Aronstabblätter hingegen wachsen oft zu mehreren aus einer Scheide. Bärlauchblätter sind lanzettlich und laufen spitz zu. Junge Aronstabblätter sind oft pfeil- oder spießeisenförmig und bilden am Stielansatz kleine "Öhrchen".
Schwarzer Holunder Zwerg-Holunder/Attich Holunder verholzt, bis 5 m. Attich krautig, max. 1,5 m, Beeren stehen aufrecht (Holunder hängt).
Wiesenkerbel Gefleckter Schierling Schierling hat rotbraune Flecken am kahlen Stängel und riecht nach Mäuseurin. Wiesenkerbel hat behaarten, ungefleckten Stängel.
Wiesenkerbel/Petersilie Hundspetersilie Hundspetersilie hat lange, hängende Hüllchen am Einzeldöldchen, unangenehmer Geruch.
Schafgarbe Gefleckter Schierling Schafgarbe deutlich kleiner (bis 60 cm), Blätter "tausendmal" fein gefiedert.

Komplett verboten (immer): Blauer Eisenhut, Goldregen, Tollkirsche, Stechapfel, Fingerhut, Schöllkraut, Engelstrompete, Riesenbärenklau (phototoxisch!), Rhododendron, Lampionblume.

Eine ausführliche Anleitung zur Identifikation findest du auch hier: Bärlauch: Bestimmen, Sammeln, Ernten und Nutzen - Tipps und Rezepte

baerlauch wald frau aromatisch geruch

Im Zweifel nicht essen. Diese Regel taucht in jeder seriösen Quelle auf. Wenn du dir unsicher bist – lass die Pflanze stehen.

👉 Mehr zu den Risiken: Wildpflanzen sammeln ohne Risiko und Essbare Wildpflanzen sicher bestimmen lernen

Zubereiten – die wilde Blütenküche

Frisch und roh

Die einfachste Form: Blüten direkt vom Stängel zupfen, über Salate, Suppen, Quark, Butterbrote streuen. Das Auge isst mit – und viele Blüten geben gleichzeitig feines Aroma ab.

Mein Tipp aus der Wildnispädagogik: Aromawasser für die Wanderung. Stilles Wasser mit ein paar Wildrosen, Holunderblüten und Gänseblümchen mindestens eine Stunde ziehen lassen. Schmeckt zart-blumig und lädt ein, langsamer zu trinken.

wildblueten aromawasser

Frittiert – die Hollerküchle

Mein Lieblingsklassiker. Ich teile hier meine bewährte Methode:

Bierteig:

  • 125 g Mehl
  • 125 ml Milch
  • 100 ml helles Bier
  • 2 Eier (Eiweiß getrennt)
  • Prise Salz
  • 1 EL Zucker

Eigelb mit Mehl, Milch, Bier, Salz und Zucker glatt rühren. Eiweiß steif schlagen und unterheben – das macht den Teig luftig.

Zubereitung: Holunderdolde am Stiel halten, in den Teig tauchen, in heißem Butterschmalz (160–190°C) goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen, mit Puderzucker bestreuen.

Funktioniert auch wunderbar mit Robinien- und Salbeiblüten.

holunderblueten ausbacken

Sirup, Gelee, Likör

Das Konservierungsdreigespann der Großmütter.

Holunderblütensirup (Klassiker):

  • 25 Dolden
  • 2 kg Zucker
  • 2 l Wasser
  • 50 g Zitronensäure
  • 2-3 Bio-Zitronen in Scheiben

Drei Tage zugedeckt ziehen lassen, abseihen, kurz aufkochen, in sterilisierte Flaschen abfüllen. Ungeöffnet kühl und dunkel hält er 6-12 Monate.

Löwenzahnhonig:

  • 4 Handvoll Löwenzahnblüten (nur die gelben Blütenblätter herausdrehen, sonst bitter)
  • 1 l Wasser
  • Saft und Schale einer Bio-Zitrone
  • 1 kg Zucker (oder Gelierzucker 2:1)

Blüten kurz aufkochen, über Nacht ziehen lassen, abseihen, mit Zucker langsam zur Honigkonsistenz einkochen (1-2 Stunden). Gelierprobe auf kaltem Teller.

lowenzahn honig

Eingelegt – falsche Kapern

Geschlossene Knospen (am besten morgens vor dem Aufblühen sammeln) von Gänseblümchen, Löwenzahn oder Spitzwegerich mit Salz vermischen, einige Stunden ziehen lassen, dann in heißen Essig (mit Lorbeer, Pfefferkörnern, Knoblauch) geben. In Schraubgläsern 2-4 Wochen ruhen lassen.

Mediterrane Optik ohne Importweg.

fruehlings wildkraeuter kapern einmachglaeser

Kandiert

Zwei Methoden:

Eiweißmethode: Eiweiß leicht aufschlagen, Blüte mit Pinsel bestreichen, in feinen Puderzucker tauchen, 1-2 Tage trocknen lassen.

Sirupmethode: Zuckersirup aufkochen, Blüte kurz hineintauchen, abtropfen lassen, in Zucker wälzen, trocknen.

Klassiker: kandierte Veilchen, Rosenblütenblätter, Borretschblüten. Hält monatelang.

Trocknen für Tee

Auf einem Sieb oder Gitter im Schatten trocknen, idealerweise bei max. 30-40°C. So bleiben Farbe und ätherische Öle erhalten.

Klassische Husten- und Erkältungshelfer: Königskerze, Linde, Holunder, Mädesüß.

linde

Saisonkalender zum Wildblüten sammeln

Vorfrühling (Februar–März): Erste Gänseblümchen, Duftveilchen, Schlehenblüten

Erstfrühling (März–April): Bärlauch (Blätter), Löwenzahn, Veilchen, Schlüsselblume, Gundermann, Taubnessel, Wiesenschaumkraut, Knoblauchsrauke, Kirsch- und Apfelblüten

Vollfrühling (Mai): Löwenzahn auf Höhepunkt, Robinie ab Mitte Mai, Holunder gegen Ende, Wiesensalbei beginnt, Rotklee, Schafgarbe, Wiesenmargerite

Frühsommer (Juni): Holunder, Robinie, Linde ab Mitte Juni, Wildrosen, Kornblume, Klatschmohn, Mädesüß ab Ende Juni, Königskerze beginnt, Borretsch, Ringelblume, Malve

Hochsommer (Juli): Königskerze, Mädesüß, Linde, Wegwarte, Wilde Malve, Schafgarbe, Wilde Möhre, Klee, Borretsch

Spätsommer (August): Wegwarte, Königskerze, Schafgarbe, Mädesüß zweite Welle, Hopfen, Goldrute, späte Malven

Herbst (September–Oktober): Letzte Wegwarten, späte Klee- und Margeritenblüten, Hagebutten reifen, Holunderbeeren (kochen!)

wildblueten notizbuch garten tee

Hilfreiche Werkzeuge zum Bestimmen

Apps (kostenlos und werbefrei):

Wichtig: Apps sind eine Hilfe, ersetzen aber kein Buch und kein erfahrenes Auge. Nie als alleinige Entscheidungsgrundlage – immer Steckbrief lesen und gegenchecken.

Klassische Bücher:

Mein dringender Tipp: Geh auf eine geführte Kräuterwanderung mit einer zertifizierten Kräuterpädagogin oder einer Wildnisschule. Eine einzige Wanderung bringt dich weiter als zehn Bücher.

👉 Mehr Lerntipps: Wildkräuter lernen mit der Tagebuch-Methode

Was du diese Woche tun kannst

Geh raus.

Such dir EINE Wildblüte. Eine, die du sicher kennst.

Vielleicht das Gänseblümchen vor deiner Haustür. Vielleicht den Löwenzahn auf dem Spielplatz. Vielleicht – wenn du Glück hast – einen Holunderbusch in der Nachbarschaft.

Pflück eine kleine Handvoll. Nicht mehr.

Und dann mach EIN Rezept daraus. Egal was. Ein paar Gänseblümchen aufs Butterbrot. Ein paar Löwenzahnblüten in einen Salat. Drei Veilchen kandiert auf einen Cupcake.

Du wirst sehen: Es passiert etwas.

Du isst nicht nur eine Pflanze. Du isst eine Wiese. Eine Saison. Ein Stück Geschichte, das deine Großmütter selbstverständlich kannten und das uns auf dem Weg in die Supermarkt-Welt verloren gegangen ist.

Wir können die alte Welt nicht zurückholen.

Aber wir können sie für ein paar Bissen wieder erleben.

Und wer weiß – vielleicht entwickelst du, wie ich damals mit Sarah und den ersten Hollerküchle, eine kleine Sucht.

Eine wunderbare Sucht.

Fragen und Antworten (Q&A) zum Thema

Nein, ganz im Gegenteil. Viele heimische Pflanzen sind giftig: Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen, Goldregen, Tollkirsche und mehr. Iss niemals etwas, was du nicht zu 100% bestimmen kannst.
Roh in kleinen Mengen unproblematisch, gekocht (z.B. als Sirup oder in Hollerküchle) komplett bedenkenlos. Die rohen Beeren dagegen niemals essen – immer mindestens 20 Minuten bei über 80°C erhitzen.
Ja, die geöffneten Blüten sind essbar und ergeben einen herrlichen Sirup. Aber: Rinde, Blätter, Samen und Hülsen der Robinie sind giftig. Nur die Blüten verwenden.
In der freien Natur außerhalb von Naturschutzgebieten gilt die Handstraußregel – für den Eigenbedarf darfst du in geringen Mengen ernten. Auf Privatgrundstücken brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers. In Naturschutzgebieten ist Sammeln grundsätzlich verboten.
Hervorragend zum Trocknen eignen sich Königskerze, Linde, Holunder, Mädesüß, Rotklee, Malve, Schafgarbe, Ringelblume, Kornblume. Im Schatten bei max. 30-40°C trocknen.
Mit den unverwechselbaren Klassikern: Holunder, Löwenzahn, Gänseblümchen, Wildrose, Linde, Rotklee, Schafgarbe, Taubnessel. Diese acht Pflanzen haben keine giftigen Doppelgänger und reichen für eine ganze Saison voller Experimente.
Dein Martin vgwort

P. S. Du suchst die hochwertigste Outdoor-Ausrüstung? Dann gehts hier zu den Kaufratgebern. Finde hier meine Liste zur eigenen Ausrüstung, die ich regelmäßig nutze.

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Quellenangaben

NABU – Blumen pflücken: verboten oder erlaubt? – https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzen-schuetzen/blumen-pfluecken.html
Apotheken-Umschau – Bärlauch: Verwechslungsgefahr mit giftigen Doppelgängern – https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/baerlauch-achtung-verwechslungsgefahr-mit-giftigen-doppelgaengern-779343.html
ÖKO-TEST – Bärlauch erkennen und ernten – https://www.oekotest.de/essen-trinken/Baerlauch-erkennen-und-ernten-So-verwechseln-Sie-ihn-nicht-mit-giftigen-Doppelgaengern_600879_1.html
Flora Incognita (TU Ilmenau / Max-Planck-Institut) – https://floraincognita.com/de/
PlantNet – https://identify.plantnet.org/de

Botanik & Pflanzenbestimmung

Plantura – Essbare Blüten: https://www.plantura.garden/gruenes-leben/ernaehrung/essbare-blueten
Plantura – Wegwarte Pflanzenporträt: https://www.plantura.garden/blumen-stauden/wegwarte/wegwarte-pflanzenportrait
Pflanzen-Vielfalt – Übersicht S-Z: https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-kraeuter-a-z/uebersicht-pflanzen-s-z/
Pflanzen-Vielfalt – Großblütige Königskerze: https://www.pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-kraeuter-a-z/uebersicht-pflanzen-h-k/koenigskerze-grossbluetige/
Kräuter-Buch – Wiesensalbei: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Wiesensalbei.html
Kräuter-Buch – Rotklee: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Rotklee.html
Kräuter-Buch – Königskerze: https://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Koenigskerze.html
Kostbare Natur – Großblütige Königskerze: https://www.kostbarenatur.net/anwendungen-und-inhaltsstoffe/grossbluetige-koenigskerze/
Kräuterkiste – Königskerze: https://kraeuterkiste.de/koenigskerze/
WildKrautWelt – Mädesüß erkennen und verwenden: https://wildkrautwelt.de/maedesuess-erkennen-und-verwenden/
Wikipedia – Echtes Mädesüß: https://de.wikipedia.org/wiki/Echtes_M%C3%A4des%C3%BC%C3%9F
Gesund mit Kräutern – Essbare Wildkräuter Liste: https://gesund-mit-kraeutern.de/essbare-wildkraeuter/essbare-wildkraeuter-liste-mit-bildern-33-heimische-vertreter/
Gesund mit Kräutern – Wildpflanzen am Wegesrand: https://gesund-mit-kraeutern.de/essbare-wildkraeuter/wildpflanzen-am-wegesrand-entdecke-sie-in-wald-wiese/
Grün & Gesund – Essbare Blüten: https://gruenundgesund.de/magazin/naturgarten-selbstversorgung/essbare-blueten/
GartenFlora – Essbare Blüten: https://www.gartenflora.de/gartenwissen/nutzgarten/kraeuter/essbare-blueten/
Gartenbaumschulen – Essbare Pflanzen Monatsliste: https://www.gartenbaumschulen.com/garten-ratgeber/essbare-pflanzen-monatsliste/
Bad Heilbrunner – Rotklee: https://bad-heilbrunner.de/welt-der-kraeuter/kraeuterlexikon/rotklee/
be fabulous – Bekannte essbare Wildblumen: https://be-fabulous.de/posts/2021/bekannte-essbare-wildblumen.html
Urkraut – 23 essbare Blüten: https://urkraut.ch/wissen/foodlexikon/23-essbare-blueten-aus-wiese-garten-und-vom-balkon/
SONNENTOR – Essbare Blüten: https://www.sonnentor.com/de-at/rezepte-tipps/tipps/essbare-blueten
EAT SMARTER – Essbare Wildpflanzen und Blüten: https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/essbare-wildpflanzen-essbare-blueten
Wir leben nachhaltig – Essbare Blüten: https://www.wir-leben-nachhaltig.at/essbare-blueten/
Nina Gold – Essbare Blüten im Sommersalat: https://www.nina-gold.de/essbare-blueten-im-sommersalat-loewenzahn-superfoods/

Holunder & Verwechslung mit Attich

Thüringen FM – Gefährliche Verwechslung Attich und Schwarzer Holunder: https://thueringenfm.de/blog/tipps/gefaehrliche-verwechslung-attich-und-schwarzer-holunder-1028343
Selbstversorger – Holunder und Zwergholunder: https://www.selbstversorger.de/holunder-und-zwergholunder/
Krautgeschwister – Zwerg-Holunder Heilpflanzenportrait: https://krautgeschwister.de/2024/08/04/zwerg-holunder-heilpflanzenportrait/
T-Online – Ist Holunder giftig? Vorsicht bei Attich: https://www.t-online.de/heim-garten/garten/id_69224020/ist-holunder-giftig-vorsicht-bei-attich.html

Bärlauch & Verwechslungsgefahr

Lubera – Bärlauch Verwechslung: https://www.lubera.com/de/gartenbuch/baerlauch-verwechslung-p4583

Rezepte – Holunder

Maria es schmeckt mir – Holunderblütensirup: https://www.mariaesschmecktmir.com/holunderbluetensirup/
Gutekueche.at – Holundersirup Rezept: https://www.gutekueche.at/holundersirup-rezept-910
Teepod – Holunderblüten für Hollerküchle: https://www.teepod.de/holunderblueten-fuer-hollerkuechle/
BBQPit – Gebackene Holunderblüten: https://bbqpit.de/rezepte/gebackene-holunderblueten/
Mönchshof – Bierteig Hollerküchle: https://www.xn--mnchshof-n4a.de/bierblog/detail/moenchshof-bierteig-hollerkuechle
Mamas Rezepte – Hollerküchle: https://www.mamas-rezepte.de/rezept_Hollerkuechle___Hollunder-4-115.html

Rezepte – Löwenzahn

Wildpflanzen-Logbuch – Löwenzahnhonig selber machen: https://wildpflanzen-logbuch.de/loewenzahnhonig-selber-machen-rezept/
Heilkräuter-Seiten – Löwenzahn-Honig: https://heilkraeuter.de/kochen/loewenzahn-honig.htm
Familienkost – Löwenzahnhonig: https://www.familienkost.de/rezept_loewenzahnhonig.html
Jucker Farm – Löwenzahnhonig selber machen: https://www.juckerfarm.ch/farmticker/rezepte/loewenzahn-honig-selbermachen/

Rezepte – Gänseblümchen

Smarticular – Gänseblümchen essen Rezepte: https://www.smarticular.net/gaensebluemchen-essen-rezepte/
House No 37 – Eingelegte Gänseblümchen-Kapern: https://houseno37.de/eingelegte-gaensebluemchen-oder-gaensebluemchenkapern/
Servus – Rezepte mit Gänseblümchen: https://www.servus.com/r/2-rezepte-mit-gaensebluemchen
Utopia – Gänseblümchen-Kapern Rezept: https://rezepte.utopia.de/gaensebluemchen-kapern-rezept-fuer-eingelegte-knospen-49846

Rezepte – Veilchen

Oma Kocht – Kandierte Veilchen Rezept: https://www.oma-kocht.de/kandierte-veilchen-rezept/
Umweltberatung – Kandierte Veilchen: https://www.umweltberatung.at/kandierte-veilchen
Ich Koche – Kandierte Veilchen Rezept: https://www.ichkoche.at/kandierte-veilchen-rezept-66670

Rezepte – Rotklee

Utopia – Rotklee von der Wiese essen: https://utopia.de/ratgeber/rotklee-von-der-wiese-essen-so-verwendest-du-die-blueten_520597/
Utopia – Rotklee Wirkung und Anwendung: https://utopia.de/ratgeber/rotklee-wirkung-und-anwendung-als-heilmittel_124787/
Vom Achterhof – Rotkleeblüten: https://vom-achterhof.de/rotkleeblueten-250g.html

Rezepte – Robinie / Akazie

Naturix24 – Akazienblüten ganz: https://www.naturix24.de/pflanzliche-einzelprodukte/blueten/akazienblueten-ganz
Xceranis – Akazienblüten geschnitten: https://www.xceranis.de/akazienblueten-geschnitten-50-gramm.html

Schafgarbe & weitere

Gartenjournal – Schafgarbe essbar: https://www.gartenjournal.net/schafgarbe-essbar

Scharbockskraut

Mein Kräuterkeller – Scharbockskraut giftig: https://mein-kraeuterkeller.de/scharbockskraut-giftig-maerz

Sammeln & Erntezeit

BioMarkt – Wildkräuter sammeln leicht gemacht: https://www.biomarkt.de/bio-wissen/lebensmittelkunde/wildkraeuter-sammeln-leicht-gemacht
Mein Kräuterkeller – Erntezeit Wildkräuter: https://mein-kraeuterkeller.de/erntezeit-wildkraeuter
Kraut & Rüben – Kräuter ernten: https://www.krautundrueben.de/kraeuter-ernten
Waldsamkeit – Wann ist die beste Zeit Wildkräuter zu sammeln: https://waldsamkeit.de/wann-ist-die-beste-zeit-um-wildkraeuter-zu-sammeln/

Recht & Lebensmittelsicherheit

Lebensmittelbuch.at – Österreichische Liste essbarer Wildpflanzen und Blüten: https://www.lebensmittelbuch.at/beschluesse/leitlinien-richtlinien-empfehlungen-usw-der-codexkommission/essbare-wildpflanzen-und-blueten/empfehlung-oesterreichische-liste-essbarer-wildpflanzen-und-blueten

Apps & Bestimmungswerkzeuge

App Store – Flora Incognita: https://apps.apple.com/de/app/flora-incognita/id1297860122

Martin Gebhardt

Autor des Ratgebers


Martin Gebhardt

Hey, ich bin Martin und ich bin Wildnis-Mentor. Auf meinem Blog lernst du die Basics sowie zahlreiche Details zum Outdoor-Leben. Schnapp dir meine 35 einfach umsetzbaren Survival-Hacks, um ab morgen nicht mehr planlos im Wald zu stehen. Lies mehr über mich auf meiner “Über mich”-Seite.

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