10 Verwendungen für tierisches Fett in freier Wildbahn

Tierisches Fett kann für Kalorien, Schmiermittel, Feuer und mehr genutzt werden. Nutze diese natürliche Ressource in einer Überlebenssituation oder im Alltag.

von Martin Gebhardt | Survival | noch kein Kommentar
10 Verwendungen für tierisches Fett in freier Wildbahn

Martin Gebhardt

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Wir leben in einer Welt, in der Fett als etwas Unangenehmes angesehen wird.

Besonders tierische Fette haben einen miserablen Ruf, was jedoch in keinster Weise der Wahrheit entspricht.

Denn Fett ist eine sehr wertvolle Ressource, besonders in der Wildnis.

Ich will dir nun 10 Gründe zeigen, warum Fett in einer Survival-Situation eine tolle Ressource ist und warum du jeden Bissen tierischen Fettes verwenden solltest.

1. Verwende tierisches Fett als Köder

Tier wissen, wie wertvoll Fett ist. Und fast jedes Tier wird sich daher über ein Stück Speck hermachen, wie Kinder über Schokoladeneis.

Daher ist Fett der perfekte Köder für fleischfressende Tiere. Besonders in kalten Umgebungen geben die meisten Aasfresser und Fleischfresser ihrem Hunger nach kalorienreichem Fett nach, selbst wenn alle ihre Instinkte schreien: „Nein, steck deinen Kopf bloß nicht in dieses Gerät“.

Und richtig gut ist, dass das Fett aushärtet, wenn es kalt wird. So wird es für Tiere schwieriger den Köder wegzulecken, und es ist wahrscheinlicher, dass die Falle ausgelöst wird.

Lesetipp: So baust du eine einfache Falle in einer Notsituation.

2. Pflege deine Haut, Haare und Leder

Trockene Luft entzieht Lederprodukten die Feuchtigkeit. Dadurch werden sie steif und anfälliger für Risse. Reibe daher regelmäßig deine Lederstiefel, Lederhandschuhe oder Messerscheiden mit Fett ein und du erfreust dich noch viele Jahre daran. Bärenfett (wenn du es bekommen kannst) ist einer der besten Pflegeprodukte für Leder.

Auch die trockene, rissige Haut an Händen und Füßen kann, wenn du sie mit tierischem Fett einreibst, einen Heilungsschub erhalten. Und warum war früher das Haar eines Waldarbeiters so glänzend und weich? Es war ein wenig Bärenfett. Im Ernst, Fett ist etwas, wonach sich unsere Haut und unser Haar sehnen.

3. Verwende tierisches Fett als Heilsalbe

In vielen Heilsalben ist Öl und Fett der Grundbestandteil.

Und du machst dir am besten ab sofort deine eigenen Heilsalben gegen trockene Haut und für Verletzungen. Kombiniert mit Heilpflanzen stellst du eine breite Palette von Salben und Balsamen für die Hautpflege, Erste Hilfe und andere Anwendungen her.

Getrocknete Schafgarbe und Spitzwegerich gehören zu meinen Favoriten, wenn ich Heilsalben mit Fett und Öl herstelle. Diese Salbe hilft, kleinere Blutungen zu stoppen und das Infektionsrisiko bei Schnitten und Kratzern zu verringern.

Erwärme dazu langsam das Fett, sodass es flüssig wird. Gib dann die Heilkräuter hinzu und lass die Mischung bei schwacher Hitze etwas köcheln. Danach die Blätter entfernen und das heiße Öl auffangen.

In einer kalten Umgebung kannst du die Salbe nun aushärten lassen. Bist du in wärmeren Gebieten unterwegs, fügst du noch etwas Bienenwachs hinzu. Dadurch bleibt die Salbe bei warmen Bedingungen härter.

Lesetipp: Schau dir mein E-Book an, wie du Harzsalbe herstellst.

4. Schmiere deine Werkzeuge

Fett ist ein wunderbares Schmiermittel und auch Pflegemittel für Metall.

Ich fette insbesondere meine Messerklingen regelmäßig ein, so setzt viel weniger Rost an. Alle Eisen- und Stahlgegenständen werden so haltbarer und länger einsetzbar. Das heißt, mein ganzes Messer, von der Messerscheide, zum Holzgriff und bis zu Klinge, fette ich regelmäßig ein.

Und bevor es das Mineralöl gab, wurde für alle beweglichen Metallteile Fett als Schmiermittel genutzt.

5. Verwandel tierisches Fett in Seife

Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich beim Schlachten von Wild dabei war. Die groben weißen Klumpen flogen sofort in den Müll. Das war alles Fett. Unsere Vorfahren hätten sich danach die Finger geleckt.

Aber ein erfahrenerer Überlebender weiß, dass diese weißen Klumpen reines Gold ist und in manchen Situationen wertvoller als das Fleisch selbst.

Eine raffinierte Verwendung von ausgelassenem Fett ist die Herstellung von Seife. Das Seifenrezept hat sich seit tausend Jahren nicht geändert. Es kamen zwar immer neue Abwandlungen hinzu, aber an den grundlegenden Zutaten ändert sich nichts.

Es wird dabei die richtige Menge Fett mit Lauge und Wasser gemischt, dann gekocht und gerührt wird, bis sie sich wie Pudding anfühlt. Danach wird die Mischung in Formen gegossen und ausgehärtet. Das Ergebnis: eine wirksame hausgemachte Seife.

Und genauso wie früher Omas Laugenseife funktionierte, so kannst du nun auch selbst deine Seife aus Fett herstellen.

6. Pemmikan herstellen

Pemmikan ist eine nahrhafte und haltbare Mischung aus zerstoßenem Dörrfleisch und Fett. Die Indianer Nordamerikas führten es als Reiseproviant und Notration mit sich.

Und da Fette die dichteste Kalorienquelle sind und jede Kalorie im Notfall zählt, solltest du das Fett essen oder dir ein Essen daraus zubereiten.

Wenn das Fett noch verzehrbar ist, also nicht ranzig ist, dann nutze es zum Kochen oder füge es anderen Lebensmitteln hinzu, um deren Kaloriengehalt zu erhöhen.

Und Pemmikan ist ein hervorragendes Beispiel, um Fett zu verarbeiten. Traditionelles Pemmikan ist eine Mischung aus getrocknetem Fleisch, das zu einem Pulver zerstoßen, dann mit warmem tierischem Fett vermischt und oft mit getrockneten Früchten, Beeren oder kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln ergänzt wird.

Das komplette Rezept für Pemmikan

Du benötigst:

  • 250 g Trockenfleisch oder Jerky (aus etwa 1 kg rohem Rind-, Hirsch- oder Büffelfleisch)
  • 250 g Rinderfett
  • 1 Esslöffel Salz
  • 1 Esslöffel Gewürze (optional)

Zubereitung:

  1. Das Fett bei niedriger Hitze in einen Topf langsam schmelzen. Das Fett darf nicht anbrennen.
  2. Während das Fett schmilzt, zermahlst du das Trockenfleisch und deine Gewürze im Mixer zu Pulver.
  3. Sobald das Trockenfleisch so klein wie Sägespäne ist, gibst du das Salz dazu und vermengst alles gut.
  4. Das geschmolzene Fett lässt du abkühlen, gießt es danach über das zerkleinerte Trockenfleisch und vermischt alles gut.
  5. Fülle die Mischung in eine flache Tupper- oder Auflaufform und lege sie dann in den Kühlschrank. Alternativ kannst du auch Kugel formen. Danach stellst du die Mischung in den Kühlschrank und lässt sie aushärten.
  6. Nach dem Aushärten kann der Pemmikan in kleinere Stücke geschnitten werden.

Lagere den Pemmikan dann luftdicht, kühl und dunkel. Eingefroren hält der Pemmikan noch länger. Richtig gelagert ist Pemmikan jahrelang haltbar.

7. Wasserdichte Ausrüstung

Fett und Wasser vertragen sich einfach nicht. Das Fett versucht das Wasser bei jeder Gelegenheit abzustoßen. Diese Rivalität kannst du jedoch nutzen.

Bergleute, Jäger und Trapper wischten einst tierisches Fett auf ihre dünnen Ledermokassins, um sie weich und wasserdicht zu halten, wenn sie durch Regen, Matsch und Schnee stapften.

Die Nähte deiner Lederkleidung, Messerscheide oder von Behältern streichst du dick mit einer Schicht Tierfett ein. Dadurch hältst du Wasser von Außen fern und du bleibst trocken.

8. Verwende tierisches Fett als Feuerstarter bei nassem Wetter

Wenn du schon einmal einen Fettbrand in der Küche gesehen (oder verursacht) hast, dann weißt du, wie brennbar Fett wirklich ist.

Wir wissen, dass Fett kalorienreich ist, aber was sind wirklich Kalorien? Es ist eine der am häufigsten verwendeten Lebensmittelenergieeinheiten der Welt.

Um es ganz einfach zu beschreiben, es ist etwas, das „brennen“ kann, um Wärme zu erzeugen. Das ist wahr, wenn wir verdauliche Fette konsumieren. Es ist auch wahr, wenn wir tierisches Fett anzünden.

Trage ein wenig Schmalz auf etwas Zunder und zünde es an, um einen Feuerstarter für nasses Wetter zu erhalten, der mehrere Minuten bei starker Hitze brennt.

Du kannst auch Fett auf Holz, Holzkohle oder andere brennbare Stoffe auftragen, damit sie besser und länger brennen.

Lesetipp: Wie du mit dem Feuerstahl schnell und einfach ein Feuer entzündest (Anleitung + Video)

9. Als Löschmittel beim Schmieden

Die Fähigkeit, Messer und andere Werkzeuge herzustellen, könnte in einer längeren Notsituation eine unverzichtbare Fähigkeit sein – oder in normalen Zeiten eine lukrative Nebenbeschäftigung.

Verflüssigtes tierisches Fett oder sogar kaltes festes Schmalz ist eine großartige Abschreckflüssigkeit für Messer und andere geschmiedete Gegenstände, die gehärtet werden müssen.

Die Fettlöschung ist sanfter als eine Wasserlöschung, und Schweinefett war an der frühen amerikanischen Grenze ein weitverbreitetes Löschmittel. Ein Abschreckmittel für tierisches Fett erzeugt auch eine lebensmittelechte Schutzschicht, die besser ist als viele Öle auf Erdölbasis.

10. Eine Lampe aus Fett herstellen

Tierisches Fett kann verwendet werden, um Fettlampen für improvisierte Überlebensbeleuchtung herzustellen (und es kann auch verwendet werden, um Kerzen herzustellen).

Egal, ob das Fett direkt vom Tier stammt und noch warm ist oder du es zu Schmalz verarbeitet hast, diese wichtige Ressource kann eine Vielzahl von Überlebenszwecken dienen. Eines der seltsamsten Zwecke ist, wenn du Fett als Lichtquelle verwendest.

Überraschend, aber wahr – aus rohem Tierfett kann man buchstäblich eine „Schneeball-Kerze“ herstellen. Drücke einfach das rohe Fett zu einer weißlichen Kugel, lege eine Pflanzenfaserschnur als Docht ein und zünde es an. Du wirst sofort eine „fette Lampe“ haben.

Oder für den anspruchsvolleren Überlebenskünstler füllst du ein feuerfestes Gefäß (wie eine Ton- oder Steinschale oder ein Glas) mit ausgelassenem Schmalz und fügst noch einen Docht hinzu, um eine primitive Fettlampe herzustellen.

Wenn du Schritt-für-Schritt eine Fettlampe herstellen willst, dann schau dir meine detailreiche Videoanleitung im Wildimpuls-Programm an.


Wie gefallen dir die Verwendungsmöglichkeiten? Waren, welche dabei, die du noch nicht kanntest oder fällt dir auch noch eine ein? Schreib es in die Kommentare.


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Über den Autor

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