Was ist ein Feuerbohrer und wie funktioniert er?

Kategorie: Survival

erstellt am 07.08.2019 | aktualisiert am 07.08.2019 | noch kein Kommentar

Was ist ein Feuerbohrer und wie funktioniert er?

Früher, als die Menschheit noch jung war, gab es weder Feuerzeuge noch Streichhölzer.

Feuer war eine kostbare Sache, es wurde von der Gemeinschaft Tag und Nacht unterhalten.

Die Kunst, es neu zu entflammen, war unbekannt. Doch vor ungefähr 8000 Jahren entdeckten Menschen den Feuerbohrer.

Dieses genial einfache Gerät erlaubte es, die so dringend benötigten Flammen nach Bedarf zu entzünden.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie du ein solches Werkzeug herstellen kannst. Auch warum es funktioniert und was du sonst noch wissen musst, wird erklärt.

Ziel ist es, dass du im Notfall selber Feuer machen kannst.

Was ist ein Feuerbohrer?

Im Prinzip ist ein Feuerbohrer nichts anderes als ein ca. zwei Zentimeter dicker Ast, der vorne angespitzt wurde.

Die Spitze wird auf einen Balken gesetzt, in dem schon eine kleine Vertiefung vorgearbeitet ist.

Wird der Ast nun in Drehung versetzt, sammelt sich im Laufe der Zeit durch den Abrieb in der Kuhle Holzstaub. Dieser wird schwarz und beginnt zu glühen.

Ein Feuerbohrer mit einem kleinen Bogen
Ein Feuerbohrer mit einem kleinen Bogen

Das Holz kann entweder mit den Händen oder mit einem Bogen in Rotation versetzt werden.

Bei beiden Methoden muss zusätzlicher Druck auf die Spitze ausgeübt werden, damit das Gerät funktioniert.

Wie entstehen die Hitze und die Glut?

Obwohl die Drehgeschwindigkeit und der durch die Handkraft ausgeübte Druck recht gering sind, reicht die Reibung aus, um kleine Holzpartikel abzuschaben.

Diese entzünden sich, abhängig von der Holzsorte, bereits ab 280 Grad Celsius und bleiben als glimmende Stückchen zurück.

Werden sie auf ein leichtentzündliches Medium (wie zum Beispiel Zunder) gegeben, beginnt dieses zu brennen.

Lies auch: Survival Basiswissen: Zunder sammeln und selbst herstellen [18 Beispiele]

Welche Bestandteile gehören dazu?

Wenn du nun so einen Bohrer selber bauen möchtest, dann benötigst du nur ganz wenige Dinge.

Ich rate dir, einen Feuerbohrer mit Bogenantrieb zu verwenden. Das ist nicht so anstrengend und geht deutlich schneller.

Was du brauchst, ist in der folgenden Liste aufgeführt.

  • Einen geraden, angespitzten Ast mit etwa 50 Zentimeter Länge und rund zwei bis drei Zentimeter Durchmesser für den Bohrer.
  • Einen Stein oder einen Holzblock als Gegenstück.
  • Einen Holzbalken, zirka 60 Zentimeter lang, zwei Zentimeter hoch und drei Zentimeter breit. Er sollte eine vorgearbeitete Vertiefung haben, in der die Spitze läuft.
  • Einen gebeugten Ast für den Bogen, von Spitze zu Spitze sollten es rund 50 Zentimeter sein.
  • Eine stabile Schnur von rund 80 Zentimeter Länge für den Bogen.
  • Leicht entzündliches Material wie Zunder, Stroh oder modriges Holz.
Ein Feuerbohrer ist schnell hergestellt
Ein Feuerbohrer ist schnell hergestellt

Welche Holzarten sind zum Feuerbohren gut geeignet?

Für den Rotationsbohrer und den Balken sind fast alle Holzsorten nahezu gleichgut geeignet.

Das Holz muss trocken und harzfrei sein, Harthölzer sind weniger gut brauchbar.

Soll der Feuerbohrer öfter verwendet werden, sollte der Bohrer aus einer härteren Sorte gefertigt sein.

Das liegt daran, dass es recht einfach ist, in dem Balken eine neue Kuhle zu machen, wenn die ursprüngliche Stelle durchbohrt wurde.

Früher benutzten manche Kulturen sogar Steine als Bohrerspitze. Das machte aber die Herstellung deutlich aufwändiger.

Wie wird das Feuer entfacht?

Es gibt da ein Detail, das ich dir noch nicht verraten habe.

Nämlich die Kerbe im Auflager, dort wo die Vertiefung ist. Diese sorgt dafür, dass die glühenden Holzstückchen aus der Kuhle auf das leicht entzündliche Material rieseln können.

Wenn die Furche fehlt, dann wirst du stundenlang reiben, ohne dass mehr als dünner Qualm entsteht.

  1. Um es wahr werden zu lassen, legst du auf den Boden den leichtentzündlichen Stoff. Darauf den Holzbalken, auf den du dich kniest.
  2. Wickle nun die Schnur des Bogens zwei Windungen um den Bohrer herum und stelle ihn mit der Spitze in das Loch.
  3. Als Letztes setze noch das Gegenlager auf und ziehe den Bogen hin und her. Anfangs nur langsam, damit du deine Kräfte schonst.
Baue den Feuerbohrer genau so auf wie im Bild - ziehe dann den Bogen gleichmäßig nach hinten und vorne
Baue den Feuerbohrer genau so auf wie im Bild - ziehe dann den Bogen gleichmäßig nach hinten und vorne

Mit dem Aufsteigen des ersten Rauchs wirst du schneller. Achte darauf, dass ausreichend glühende Kohle herausrieselt.

Das ist abhängig von dem Material, das du entzünden möchtest.

Wenn du meinst, es wäre genug, dann blase sanft in die heißen Holzstückchen.

Manchmal ist es auch sinnvoll, das Brandgut vorher zu falten, damit die Stückchen nicht wegfliegen. Es kommt eben auf die Substanz an.

Zusammenfassung

Nun weißt du alles, was du wissen musst, um mit einem Feuerbohrer umgehen zu können.

Es ist zwar anstrengend, aber wenn das Holz trocken und harzfrei ist, dann sollte es funktionieren.

Sehr wichtig ist auch die Wahl des Zündstoffes, auf den die Kohlestückchen rieseln. Trockenes Gras oder modriges Gehölz ist gut geeignet.

Übrigens gibt es zahlreiche Alternativen zu der hier vorgestellten Methode.

Manche schwören auf kürzere Bohrer oder wählen einen abweichenden Durchmesser. Wieder andere bauen sich einen Pumpbohrer oder quirlen den Ast mit der Hand.

Egal wie du das Feuer entzünden magst, Übung macht den Meister.

Ich selbst habe einige Zeit experimentieren müssen, ehe ich den Dreh raus hatte.


Hast du schon mal einen Feuerbohrer gebaut oder sogar benutzt?

Hat es geklappt? Welche Schwierigkeiten sind bei dir aufgetreten?

Schreib mir jetzt deine Erfahrungen in die Kommentare!



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