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Wasser abkochen ohne Topf: Diese 8 Methoden helfen dir, um an trinkbares Wasser zu kommen

Was machst du, wenn du Wasser benötigst, aber kein Topf oder Behälter in der Nähe ist, um Wasser abzukochen? Schaue dir diese 8 Survival-Methoden an.

Wasser abkochen ohne Topf: Diese 8 Methoden helfen dir, um an trinkbares Wasser zu kommen

Martin Gebhardt

Von Martin Gebhardt. Schaue auf seine “Über mich”-Seite und abonniere seinen Newsletter.


Wasser ist essenziell für dein Überleben, das brauche ich dir nicht zu erzählen.

Umso wichtiger ist es, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, um an frisches Trinkwasser zu kommen.

Hast du bereits eine Wasserquelle ausgemacht, ist der erste und wichtigste Schritt getan.

Allerdings solltest du dein Wasser in den meisten Fällen abkochen, um Parasiten, Viren und Bakterien abzutöten.

Zusätzlich benötigst du kochendes Wasser, um deine Nahrung zu garen.

Alles kein Problem, wenn du einen Kochtopf dabeihast.

Mir hat sich nun die Frage gestellt: Was passiert, wenn ich meinen Topf verliere oder gar nicht erst mit einem Topf ausgerüstet bin?

Die Wildnis bietet auf den ersten Blick keine feuerfesten und wasserdichten Behälter, die du zum Kochen verwenden kannst.

Aber mit etwas Kreativität und Arbeit kannst du auch ohne einen Kochtopf Wasser abkochen.

Wie du das machst und welche Methoden sich für deine Situation eignen, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wie kann ich Wasser ohne Topf abkochen?

Hier die kurze Antwort:

Wasser kann ohne Topf gekocht werden, indem es entweder durch einen Behelfstopf oder durch heiße Steine in einem anderen Behälter erhitzt wird. Blätter oder Plastikflaschen können direkt auf das Feuer gestellt werden, während heiße Steine in einen Holz-, Rinden- oder Bambusbehälter, einen Tontopf oder in ein Loch im Boden gegeben werden.

Wie diese Methoden genau funktionieren, schauen wir uns nachfolgend an.

1. Eine Holzschale schnitzen oder brennen, um Wasser abzukochen

Eine der aufwendigsten, aber auch simpelsten Methoden, ist einen Holzbehälter herzustellen.

Wenn du gut mit dem Messer umgehen kannst, schnitzt du dir aus einem Stück Holz eine eigene Schüssel.

Hast du kein geeignetes Messer oder kannst noch nicht so gut mit dem Messer umgehen, brenn dir die Schüssel einfach zurecht.

Dazu füllst du heiße Glut (Ja, du benötigst ein Feuer dazu) auf deinem Holzscheit und legst sie dir so zurecht, dass sie sich nur in der Mitte einbrennt.

Ausbrennen einer Holzschale
Ausbrennen einer Holzschale

Nun ist etwas Geschick gefragt. Du musst die Luftzufuhr am Laufen halten, indem du pustest und so das Loch einbrennst. Hört sich zunächst kompliziert an, ist aber nach einigen Versuchen und etwas Zeit ganz einfach.

Wichtig ist es dabei weiches Holz zu nutzen. Idealerweise Pappel, Linde, Weide, Kiefer oder Fichte.

Hast du deine Schale fertiggestellt, kannst du das Wasser darin kochen.

Logischerweise verbrennt die Schale, wenn du sie direkt ins Feuer legst. Daher benötigst du Steine, die du am Feuer erhitzt.

Mit Steinen kannst du Wasser zum Kochen bringen
Mit Steinen kannst du Wasser zum Kochen bringen

Achte darauf, keine nassen Steine zu verwenden. Diese können explodieren und Splitter in deine Richtung schicken.

Während du die Steine erhitzt, füllst du deine Schale mit Wasser und legst anschließend die Steine hinein.

Wechsle die Steine, bis das Wasser kocht oder du dein Essen gegart hast.

Und mach dir keine Sorgen um das trübe Wasser: Das sind nur Trübstoffe von der Kohle und ein wenig Dreck von Steinen. Sieht zwar nicht lecker aus, ist aber sicher zu trinken. Idealerweise nutzt du danach noch einen selbstgebauten Wasserfilter.

2. Eine Blattschüssel, um Wasser abzukochen

Für diese Methode ist Pflanzenkenntnis gefragt, denn du benötigst eine nicht giftige Pflanze mit großen Blättern.

In tropischen oder mediterranen Gebieten ist die Bananenpflanze ideal. In Deutschland gestaltet sich die Suche je nach Jahreszeit schwieriger.

Auf Anhieb fallen mir Ahornblätter oder die Blätter von der große Klette ein. Besonders in den späteren Monaten des Jahres sind die Blätter etwas größer.

Die Blätter der großen Klette
Die Blätter der großen Klette

Die Blätter bei uns sind zwar nicht ansatzweise so riesig, wie die Blätter einer Bananenpflanze, aber wenn du kurz vor dem Verdursten stehst, ist es eine valide Möglichkeit.

Hast du ein geeignetes Blatt gefunden, faltest du es zu einer Schale. Nun füllst du Wasser hinein und positionierst es über deinem Feuer.

Dabei darf das Feuer nur minimal an das Blatt kommen, idealerweise ist deine Hand auch nicht direkt am Blatt.

Du könntest dir eine Art Halterung aus einem Stock dazu bauen. Experimentiere ein wenig mit der Distanz zum Feuer. Nach ein wenig Zeit wird auch das Wasser im Blatt zu kochen beginnen.

3. Ein Loch im Boden, um Wasser abzukochen

Das Loch im Boden ist eine der ursprünglichsten Methoden, dein Wasser zum Kochen zu bringen.

Dazu benötigst du zunächst ein Loch im Boden und kleidest es mit undurchlässigem Material aus. Das kann eine Rettungsdecke, aber auch nasser Lehm (noch besser reiner Ton) sein.

loch graben mit haenden

Die Rettungsdecke erklärt sich von selbst und auf den Lehm möchte ich hier näher eingehen.

Lehm findest du fast überall in Deutschland, wenn du nicht gerade in den Bergen unterwegs bist.

Dazu musst du nur etwas graben und die bräunliche Masse sammeln. Diese feuchtest du nun an und verteilst sie in deiner Grube.

Streiche sie gut glatt, damit das Wasser nicht absickern kann.

Jetzt füllst du Wasser hinein und legst anschließend heiße Steine nach.

Je nach Größe musst du die Steine wechseln, bis das Wasser kocht oder deine Nahrung gar ist.

Das Wasser ist doch dann dreckig, oder?

Ja, richtig, das Wasser wird einige Sedimente enthalten und es wird bestimmt kein klares Wasser sein. ABER es ist 100 Mal besser Wasser zu trinken, welches etwas Erde enthält, als Wasser, welches nicht abgekocht ist.

Falls du einen Wasserfilter besitzt, kannst du es noch filtern. Aber sei dir im Klaren, dass beim Filtern nach dem Abkochen, das Wasser wieder verunreinigt werden könnte.

Ein selbstgebauter Wasserfilter
Ein selbstgebauter Wasserfilter

4. Eine Plastikflasche, um Wasser abzukochen

Diese Methode würde ich nicht empfehlen, empfinde sie jedoch im Notfall als nennenswert und extrem nützlich.

Du fragst dich vielleicht, ob Plastik nicht einfach schmilzt, oder?

Berechtigte Frage, aber es kommt ähnlich wie bei der Blattschüssel auf den Abstand an.

Plastik schmilzt bei 255 Grad und Wasser kocht ab 100 Grad. Mit dem richtigen Abstand kannst du dementsprechend das Wasser zum Kochen bringen, ohne später mit einer geschmolzenen Flasche dazustehen.

Wichtig ist nur Plastik zu nutzen, welches auch von der Lebensmittelindustrie genutzt wird. Andere Plastikarten können schon ohne das Feuer giftig wirken.

Generell rate ich jedoch davon ab Kunststoff zu erhitzen und das darin erhitzte Wasser zu sich zu nehmen, da sich immer auch Plastikpartikel lösen werden.

Ich nenne die Methode trotzdem, da Plastikpartikel immer noch besser sind als zu verdursten.

Hier habe ich noch ein Video gefunden, bei dem die Person eine Wasserflasche direkt ins Feuer stellt. Das funktioniert also auch.

5. Mit einer Steinschüssel Wasser abkochen

Diese Methode erfordert ein wenig Glück! Dazu benötigst du zunächst einen Stein, der eine Einkerbung besitzt.

Dort kannst du Wasser einfüllen und den Stein an das Feuer legen, um das Wasser zum Kochen zu bringen. Sei auch hier vorsichtig bei der Wahl deiner Steine.

Alternativ kannst du auch dort wieder heiße Steine hineingeben, um das Wasser zum Kochen zu bringen.

steinkuhlen zum wasser abkochen

6. Ein Behälter aus Birkenrinde oder Fichtenrinde bauen, um Wasser abzukochen

Wenn du deine Kreativität und dein handwerkliches Geschick etwas ausleben möchtest, kannst du einen Behälter aus Birkenrinde oder Fichtenrinde fertigen. Die Rinde hält Wasser sehr gut und du kannst zur Stabilisierung noch zusätzliche Äste einflechten.

Dazu benötigst du zunächst eine ordentliches, rechteckiges Stück Birken- oder Fichtenrinde ohne Löcher.

Da Birkenrinde oder frische Fichtenrinde dehnbar ist, kannst du daraus einen wunderbaren Behälter formen.

Du schneidest parallel zur langen Seite einen kurzen Einschnitt auf beide Seiten. Dann kannst du die sich daraus ergebenden Lappen übereinander ziehen und so eine Schüssel formen.

Die überlappenden Enden kannst du mit einem kleinen Aststück fixieren, welches du längs einschneidest und so als eine Art Klammer funktioniert. Das Konstrukt kannst du mit Schnüren stabilisieren.

Den Behälter kannst du nun mit Wasser füllen und neben dein Feuer stellen, um das Wasser zu erhitzen oder du legst heiße Steine hinein.

7. Der Bambustopf, um Wasser abzukochen

Auch hier ist die Voraussetzung das Vorhandensein einer bestimmten Ressource. In diesem Fall: Bambus.

Bambus wirst du in Deutschland nicht finden, aber falls du in anderen Gefilden unterwegs bist, ist dieser Tipp hilfreich.

Denn Bambus ist in Kammern unterteilt und bietet somit den optimalen Wasserbehälter. Schneide dir etwas Bambus ab und schneide auf eine Seite eine Öffnung.

Fülle deinen Bambus mit Wasser und platziere ihn an dein Feuer. Am besten erhitzt du das Wasser von der Seite, da hier der Bambus stabiler ist.

8. Koche Wasser mit einer Tierhaut ab

Für den Fall, dass du auf der Jagd bist oder sogar ein Tierfell dabeihast:

Auch Tierhaut ist wasserundurchlässig und lässt sich somit als Wasserbehälter nutzen. Dazu musst du die Seiten zusammennähen oder anders dafür sorgen, dass ein Behältnis entsteht.

Du kannst es mit einer Schnur oder einem Seil sichern und dann über dem Feuer positionieren. Wichtig ist, die Haut ausreichend zu reinigen. Daher schabst du besser die Fettreste ab und desinfizierst die Innenseite am Feuer.

tierhaeute vor einer huette

Zusammenfassung: es gibt unzählige Möglichkeiten, um Wasser ohne Topf abzukochen

Du benötigst Wasser zum Leben, aber verunreinigtes Wasser zu trinken, kann dir schnell zum Verhängnis werden.

Daher ist es ratsam, sich die nötigen Fähigkeiten anzueignen, um dein Wasser in allen Lebenslagen kochen zu können. Ganz abgesehen davon, dass du auch dein Essen darin kochen möchtest.

Nun hast du ein breites Spektrum an Methoden erfahren, um Wasser auch ohne Kochtopf zum Kochen zu bringen.

Einige Methoden benötigen bestimmte Ressourcen und andere erfordern ein gewisses Geschick und etwas Übung.

Nimm dir Zeit und schaue, welche Methoden gut für dich funktionieren. So bist du auf jede Situation vorbereitet und weißt im Notfall, worauf du dich verlassen kannst.

Viel Spaß beim Tüfteln und Ausprobieren.

Dein Martin

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Quellenangaben

https://www.survivalsullivan.com/how-to-boil-water-without-a-pot/

https://www.wildnistraining-westerwald.de/2020/04/14/wasser-aufbereiten-eine-echte-survivalmethode-f%C3%BCr-den-notfall/

https://de.wikipedia.org/wiki/Breitwegerich

https://survivalfreedom.com/how-to-boil-water-without-a-pot/


Fragen und Antworten (Q&A) zum Thema

Wie kann man Wasser schneller zum Kochen bringen?

Der einfachste Weg, Wasser schneller zum Kochen zu bringen, ist die Verwendung eines breiteren Topfes. Eine größere Oberfläche des Wassers wird der Hitze ausgesetzt, wodurch es schneller kocht.

Kann man Wasser in einer Dose kochen?

Normale Konservendosen können zum Kochen von Wasser verwendet werden. Einfach die mit Wasser gefüllte Dose direkt ins Feuer stellen. Achte jedoch darauf, zuerst alle Etiketten zu entfernen.

Kann man Wasser in Tontöpfen kochen?

Wasser lässt sich in Tontöpfen kochen. Aufgrund der isolierenden Eigenschaften von gebranntem Ton würde es jedoch lange dauern, wenn es direkt auf die Wärmequelle gelegt würde. Ein besserer Weg ist, heiße Steine zu erhitzen und sie in einen mit Wasser gefüllten Tontopf fallen zu lassen.

Martin Gebhardt

Martin Gebhardt

Howdy, ich bin Martin. Auf meinem Blog lernst du die Basics sowie zahlreiche Details zum Leben in der Wildnis. Mit dem Survival-Basic-Kurs bist du auf dein nächstes Abenteuer erstklassig vorbereitet. Das sind 7 Lektionen, die dir Power für die Wildnis geben.

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