Daten und Fakten über Bushcrafter und Survivalisten in Deutschland

Kategorie: Bushcraft | 1 Kommentar


Martin Gebhardt

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Daten und Fakten über Bushcrafter und Survivalisten in Deutschland

Heute möchte ich dir großartige Fakten zu Bushcraft und Survival zeigen. Die Ergebnisse stammen aus der Masterarbeit von Michael Koep.

Bei der Umfrage ging es um die Motivation, die Einstellung und Aktivitäten in der Natur von Bushcraftern und Survivalisten. Es ergaben sich 564 Datensätze, worauf die Ergebnisse beruhen.

Insgesamt nahmen 94,5 % Männer und 4,3 % Frauen an der Umfrage teil. 0,4% wählten ein drittes Geschlecht („anderes“) und der Rest machte keine Angaben zum Geschlecht.

Die Befragten sind durchschnittlich 35,7 Jahre alt. Die gesamte Spannweite reicht von 12 bis 70 Jahre.

Die meisten Buscrafter und Survivalisten sind männlich und durchschnittlich 35,7 Jahre alt
Die meisten Buscrafter und Survivalisten sind männlich und durchschnittlich 35,7 Jahre alt

Viele der Befragten ordneten sich selbst als Bushcrafter (60,1 %) und Survivalisten (13,7 %) ein. Jedoch gaben auch 26,2 % an, dass sie sich in andere Kategorien einordnen. Diese sind:

  • Waldläufer
  • Wanderer
  • Trekkingbegeisterte
  • Naturfreunde und Naturgenießer
  • Vorsorge und Prepping
  • Wildnispädagogik

Gehen wir nun ins Detail. Als erstes schauen wir uns an, wo die meisten und wenigsten Bushcrafter / Survivalisten in Deutschland leben.

Wohnorte (Bundesländer) von Bushcrafter / Survivalisten

Hauptaussagen:

Die meisten Bushcrafter / Survivalisten leben in:

  • Nordrhein-Westfalen: 21,5 %
  • Baden-Württemberg: 17 %
  • Bayern: 16,1 %

Die wenigsten Bushcrafter / Survivalisten leben in:

  • Mecklenburg-Vorpommern: 1,1 %
  • Sachsen-Anhalt: 0,9 %
  • Bremen: 0,4 %
Die meisten Bushcrafter und Survivalisten kommen aus Nordrhein-Westfalen
Die meisten Bushcrafter und Survivalisten kommen aus Nordrhein-Westfalen

Kinderstatus bei Bushcraftern / Survivalisten

Hauptaussage: Die meisten Bushcrafter und Survivalisten haben keine Kinder.

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten haben keine Kindern
Die meisten Bushcrafter und Survivalisten haben keine Kindern

Bildungsniveau der Bushcrafter und Survivalisten

Hauptaussage: Mehr als die Hälfte der Bushcrafter und Survivalisten hat ein hohes Bildungsniveau.

Bildungsniveau der Bushcrafter und Survivalisten
Bildungsniveau der Bushcrafter und Survivalisten

Berufsstatus von Bushcraftern und Survivalisten

Hauptaussage: Die meisten Bushcrafter und Survivalisten sind Angestellte.

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten sind Angestellte
Die meisten Bushcrafter und Survivalisten sind Angestellte

Motivation der Bushcrafter und Survivalisten - was treibt sie an?

Eindeutig ist zu erkennen, dass die meisten Menschen Bushcraft / Survival aus folgenden Gründen ausüben:

  • die Natur erleben
  • Erholung und Entspannung finden
  • Spaß haben
  • um einen Ausgleich zum Alltag zu haben und um diesem zu entfliehen
  • um sich frei zu fühlen

An nächster wichtiger Stelle kommt dann das Training, Üben und Erlernen von Wissen, Techniken und Fertigkeiten.

Die Umfrage war geschlossen und es waren Mehrfachnennungen möglich.

Was treibt die Bushcrafter und Survivalisten an?
Was treibt die Bushcrafter und Survivalisten an?

Kennenlernform von Bushcraft und Survival

Wie sind die Teilnehmenden auf Bushcraft und Survival aufmerksam geworden? Was hat sie dazu gebracht mit den Tätigkeiten anzufangen?

Ganz vorne liegt die Videoplattform “YouTube” und “Andere Hobbys oder Aktivitäten”.

Unter “Andere Hobbys oder Aktivitäten” sind folgende Tätigkeiten zu verstehen:

  • Trekking, Wandern, Klettern, Camping, Jagen, Angeln u.a.: 60,2 %
    • darunter zählen auch:
      • das Ausüben alter Handwerkstechniken wie Bogen- und Messerbau
      • Reenactment
      • optimale Ausrüstung zusammenstellen
      • Messersammeln
      • Kampfkunst
      • Prepping
      • Militär
      • eigener Beruf
      • Naturinteresse und -verbundenheit
  • Kindheits- und Jugend-Aktivitäten: 39 %
Wodurch sind die Teilnehmer auf Bushcraft und Survival aufmerksam geworden?
Wodurch sind die Teilnehmer auf Bushcraft und Survival aufmerksam geworden?

Teilnahme an (professionellen) Bushcraft- oder Survival-Trainings

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten haben an noch keinem Training teilgenommen.

Interessant ist das Ergebnis, ob die Teilnehmer noch an einem solchen Training teilnehmen wollen. 16,8 % haben die Absicht dies zu tun.

Statistik zur Teilnahme an Bushcraft- oder Survival-Trainings
Statistik zur Teilnahme an Bushcraft- oder Survival-Trainings

Selbsteinschätzung

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten schätzen sich zwischen Anfänger und Experte ein. Das bedeutet, dass sie über ein grundsätzliches Wissen verfügen, welches jedoch ausbaufähig ist.

Die meisten schätzen sich mit einer mittleren Expertise ein
Die meisten schätzen sich mit einer mittleren Expertise ein

Häufigkeit der Tätigkeiten

Ungefähr 25,6 % der Bushcrafter und Survivalisten gehen mehrmals pro Woche ihren Tätigkeiten nach. 23,2 % sind 1x wöchentlich unterwegs und 28,5 % gehen mehrmals im Monat ihrem Hobby nach.

Nur 15,4 % üben Bushcraft / Survival nur einmal im Monat und nur 7,3 % gehen ca. alle 3 Monate oder seltener los.

Mehr als 25 % der Bushcrafter und Survivalisten gehen mehrmals pro Woche ihren Aktivitäten nach
Mehr als 25 % der Bushcrafter und Survivalisten gehen mehrmals pro Woche ihren Aktivitäten nach

Dauer der Aktivitäten

Durschnittlich verbringen Bushcrafter / Survivalisten 10,2 Stunden pro Aufenthalt in der Natur.

50 % verbringen jedoch nicht mehr als 5 Stunden und 25 % nicht mehr als 3,5 Stunden dort.

Durschnittlich verbringen Bushcrafter / Survialisten 10,2 Stunden pro Aufenthalt in der Natur
Durschnittlich verbringen Bushcrafter / Survialisten 10,2 Stunden pro Aufenthalt in der Natur

Allein oder gemeinsame Ausübung der Tätigkeiten?

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten gehen allein ihren Aktivitäten nach. Danach folgen die Partnerin / der Partner und die Kollegen.

Mein Tipp für die Suche nach Partnern: nutze unsere Gefährtensuche! Mit der Gefährtensuche von Survival-Kompass findest du Partner für deine nächste Unternehmung.

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten gehen alleine ihren Aktivitäten nach
Die meisten Bushcrafter und Survivalisten gehen alleine ihren Aktivitäten nach

Tätigkeiten in der Natur

Die Ergebnisse zu den ausgeübten Tätigkeiten in der Natur finde ich besonders großartig.

Hier zeigt sich, dass die meisten Bushcrafter / Survivalisten hauptsächlich in der Natur sein wollen und mit Holz arbeiten.

Auch das “Feuermachen” und Zunder sammeln ist ein wichtiger Punkt bei den Tätigkeiten. Das ist nicht überraschend, denn Feuermachen und Zunder sammeln bedeutet Wärme, Schutz, Sicherheit und Nahrung.

In der Natur sein wollen, mit Holz arbeiten und Feuermachen stehen ganz oben bei den Tätigkeiten
In der Natur sein wollen, mit Holz arbeiten und Feuermachen stehen ganz oben bei den Tätigkeiten

Lesetipps zum Thema Holz sammeln, Feuermachen, Zunder und Schnitzen:

Verhältnis zu Eigentümern und Verantwortlichen

Ein großes Thema bei Bushcraftern und Survivalisten ist oft die rechtliche Lage. Darf man im Wald übernachten? Darf man im Wald Feuer machen? Darf man Stöcke sammeln?

Das “Problem”, das sich nämlich ergibt: alle Wälder und Wiesen gehören jemanden. In dem Artikel “Ist Bushcraft legal? [Feuer, Zelten, Lager, Jagen, Angeln]” erfährst du noch viel mehr dazu.

Demnach ist es interessant zu erfahren, wie die jeweiligen Teilnehmer mit der rechtlichen Lage umgehen.

Hier die Hauptaussagen:

  • 64 % wissen, wem das Gebiet gehört oder wer dafür zuständig ist
  • 34 % wurden auf ihre Tätigkeiten in der Natur angesprochen
  • 18 % haben eine Erlaubnis der Eigentümer / Verantwortlichen in dem Gebiet ihren Aktivitäten nachzugehen
  • 13 % der Befragten sind sogar Eigentümer des Gebiets
  • 1 % wurde die Erlaubnis verweigert, als diese darum fragten

Das heißt, um Erlaubnis fragen wird fast nie abgelehnt. Es lohnt sich also von den Behörden oder sich von den Eigentümern eine Genehmigung erteilen zu lassen!

13 % der Buscrafter und Survivalisten sind Eigentümer des Gebiets in dem sie ihre Tätigkeiten ausüben
13 % der Buscrafter und Survivalisten sind Eigentümer des Gebiets in dem sie ihre Tätigkeiten ausüben

Bei der Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Konfliktsituationen und Beteiligte

Bushcrafter und Survivalisten haben ab und zu Konflikte mit Ordnungshütern, z.B mit Jägern oder Förstern.

Hauptsächlich entstehen Konfikte durch unerlaubtes Feuermachen, Angeln, Lagern und Übernachten.

Konflikte und deren Beteiligte
Konflikte und deren Beteiligte

Die meisten Bushcrafter und Survivalisten suchen als Lösung der Konflikte das Gespräch.

Dabei versuchen sie es mit folgenden Inhalten:

  • eigene Motivation erklären
  • ausgeübte Aktivitäten schildern
  • Verantwortungsbewusstsein zeigen
  • Kenntnisse erläutern

Dabei gehen die meisten Bushcrafter und Survivalisten folgendermaßen vor:

  • sie bleiben ruhig
  • beschwichtigen
  • sind ehrlich / zeigen sich offen
  • kommunizieren freundlich

Viele Bushcrafter und Survivalisten wünschen sich genau diese Vorgehensweise auch von ihrem Gegenüber. Eine Kommunikation auf Augenhöhe finden sie wichtig sowie Verständnis und Akzeptanz ihrer Tätigkeiten.

Konnte ein Konflikt nicht gelöst werden, so kam es meistens zu folgenden Aufforderungen:

  • Aktivität stoppen
  • Verlassen des Gebiets
  • Gebiet künftig meiden

Nur in sehr wenigen Fällen musste ein Bußgeld bezahlt werden. Meistens blieb es bei einer Belehrung durch die Aufsichtsperson oder die Stelle musste verlagert werden.

Bedeutung der Natur

Der letzte Punkt ist für mich einer der wichtigsten und unterstützt meine These, dass Bushcrafter und Survivalisten Naturfreunde sind.

Ich bin der Meinung, dass wir Bushcrafter und Survivalisten keine Machos sind. Wir müssen nicht gegen die Natur kämpfen, sondern leben mir ihr mehr im Einklang als viele andere Menschen. Und wir haben ein hohes Bewusstsein für Naturschutz und Umweltverschmutzung.

Aber schauen wir uns die Auswertung der Umfrage an. Was sagen die Zahlen:

  • 99 % sagen, dass die Natur zu einem guten Leben dazugehört
  • Jeden macht es glücklich, wenn er in der Natur sein kann

Besonders interessant finde ich den Vergleich zur Naturbewusstseinsstudie aus 2015. Die Naturbewusstseinsstudie ist eine deutsche Bevölkerungsumfrage zu Natur und biologischer Vielfalt.

Die Hauptaussagen kann ich schon verraten: Bushcrafter und Survivalisten liegen bei den Zustimmungswerten über dem Bundesdurchschnitt!

Schau dir die Grafik dazu an:

Persönliche Bedeutung der Natur
Persönliche Bedeutung der Natur

Zusammenfassung

Die Masterarbeit von Michael Koep gibt großartige Einblicke zum Thema Bushcraft und Survival.

Bringen wir es auf den Punkt:

  • die meisten Buscrafter und Survivalisten sind männlich und im Durchschnitt 35 Jahre alt.
  • sie sind in ganz Deutschland verteilt, aber hauptsächlich im Süden und Westen
  • viele haben ein mittleres und hohes Bildungsniveau
  • die meisten sind Angestellte in einem Unternehmen
  • sie möchten Natur erleben, suchen Erholung und Entspannung vom Alltag
  • die meisten schätzen sich mit einer mittleren Expertise ein
  • die meisten Bushcrafter und Survivalisten gehen allein ihren Aktivitäten nach
  • mit Holz arbeiten und Feuermachen stehen ganz oben bei den Tätigkeiten
  • die meisten Bushcrafter und Survivalisten suchen als Lösung der Konflikte das Gespräch
  • Bushcrafter / Survivalisten haben ein hohes Bewusstsein für Naturschutz und Umweltverschmutzung (höher als der Bundesdurchschnitt)

Und noch ein Hinweis: die Befragung ist statistisch nicht repräsentativ.


Was hältst du von den Daten und Fakten? Erkennst du dich wieder in der Auswertung und Umfrage?

Schreib mir deine Meinung gleich dazu in den Kommentare!


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