Was ist Prepping? (erste Schritte zur privaten Krisenvorsorge)

Kategorie: Prepping | 2 Kommentare


Martin Gebhardt

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Was ist Prepping? (erste Schritte zur privaten Krisenvorsorge)

Prepping - was ist das eigentlich genau?

In diesem Artikel erfährst du alles zu dem Thema “Prepping” und “Prepper”.

Zudem lernst du, welche Vorkehrungen beim Prepping getroffen werden müssen und wie du dich am besten ausstattest.

Was bedeutet Prepping?

Der Begriff "Prepping" stammt aus dem Englischen. Er leitet sich ab von der Einstellung, immer vorbereitet zu sein: Be prepared! Daraus hat sich eine Szene von Leuten entwickelt, die sich mithilfe von individuellen Maßnahmen auf verschiedene Katastrophensituationen einstellen.

Der Ursprung des Preppens

Die Wurzeln des Preppens sind im amerikanischen Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert zu entdecken. Damals kam es zu einer Lebensmittelknappheit, sodass die Menschen gezwungen waren, eigene Vorräte und Sicherungen anzulegen.

Auch eigene Schutzbunker wurden in dieser Zeit errichtet, um Vorräte unterzubringen und sich selbst zu schützen.

In der ersten Zeit waren Prepper nur eine Randgruppe. Doch die Prepper-Szene hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt.

Doch nun entscheiden sich aufgrund des Klimawandels, der Bankenkrise seit 2008 und wegen verschiedener kriegerischer Auseinandersetzungen in letzter Zeit immer mehr Menschen dazu, auf das Prepping zu setzen.

Prepping kann dir und deiner Familie in einer Notsituation das Leben retten
Prepping kann dir und deiner Familie in einer Notsituation das Leben retten

Dabei handelt es sich bei den Preppern um keine homogene Szene.

Viele Prepper arbeiten in Eigenorganisation, es gibt aber auch Prepper-Gruppen. Kenner gehen davon aus, dass die Szene in Deutschland bis zu 180.000 Interessierte hat.

Teilweise gibt es sogar in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits Firmen, die spezielle Komplettpakete für Prepper anbieten. In diesen befinden sich die passende Ausrüstung und Vorräte, um auf Notsituationen eingestellt zu sein.

Welche Notsituationen können eintreten?

Gut vorbereitet zu sein ist ratsam. Denn davon profitierst du bei unvorhergesehenen Ereignissen.

Das kann zum Beispiel ein flächendeckender Stromausfall sein. Auch wenn ein solches Ereignis hierzulande eher unwahrscheinlich ist, ist es zu berücksichtigen. Eine Gefahr geht auch von Naturkatastrophen aus. Das können

  • Erdbeben,
  • Tsunamis oder
  • Überschwemmungen

sein.

Aufgrund der Globalisierung und dem ausgeprägten Flugverkehr auf der ganzen Welt ist auch eine Pandemie nicht mehr so unwahrscheinlich wie in früheren Zeiten.

Oder es kommt zum Super GAU, der Explosion eines Atomreaktors, in Deutschland oder in einem Nachbarland. Ein wirtschaftlicher Kollaps sorgt ebenso für einen Ausnahmezustand, der sich auf alle Teile der Bevölkerung auswirkt.

Auch ein Super GAU kann als Notsituation eintreten
Auch ein Super GAU kann als Notsituation eintreten

Zudem steigt auch die Gefahr durch Terroranschläge, zum Beispiel durch eine Cyber Attacke oder durch einen Elektromagnetischen Impuls. Auch Kriege oder kriegsähnliche Zuständen kann es geben, auch wenn sie bei uns unwahrscheinlich sind.

So bereitest du dich auf Notsituationen vor

Wenn die Notsituation eingetreten ist, ist es für Vorbereitungen zu spät.

Daher planst du schon im Vorfeld für verschiedene Ausnahmefälle. Denn wer auf alle Eventualitäten eingestellt ist, der hat gute Chancen, zu reagieren.

Es bietet sich an, gute Voraussetzungen für ein autarkes Leben zu schaffen!

Das bedeutet, dass du dich selbst versorgen kannst. Und das ganz unabhängig von der Infrastruktur des Staates und auch von anderen Menschen.

Die Selbstversorgung mit Nahrung und Wasser ist hier ein zentrales Thema. Diese gelingt dir, indem du einen eigenen Garten anlegst und in erster Linie auf Nutzpflanzen setzt. So entwirfst du einen Gemüsegarten und einen Obstgarten.

Auch die Versorgung mit Wasser ist wichtig. Dafür installierst du einen eigenen Brunnen in deinem Garten oder setzt auf die Versorgung durch einen anliegenden Fluss.

Hast du ein eigenes Grundstück, lohnt sich vielleicht ein Brunnen zur Wasserversorgung
Hast du ein eigenes Grundstück, lohnt sich vielleicht ein Brunnen zur Wasserversorgung

Damit du deinen Rückzugsort auch nach einem möglichen Zusammenbruch weiterhin mit Energie versorgen kannst, setzt du auf eigene Möglichkeiten der Stromerzeugung.

Solar- oder Photovoltaiktechnik sind hier die erste Wahl, da sie ihre Energie aus dem Sonnenlicht beziehen und damit immer Nachschub an Leistung bereitstellen.

Das musst du über die Lagerhaltung wissen

Die Lagerhaltung ist ein zentrales Thema beim Prepping. Es geht dabei allerdings nicht nur darum, ausreichend Lebensmittel zur Verfügung zu haben. Daneben spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Schließlich gibt es diverse Verbrauchsmaterialien, die unverzichtbar sind.

In Bezug auf die Lebensmittel ist Nahrung aus der Dose zu empfehlen: Diese Lebensmittel punkten mit langer Haltbarkeit.

Kenner raten zu:

Darüber hinaus ist Reis (hier kaufen, 20kg Packung) zu empfehlen. Dieser hält sich gut zwei Jahre. Vitamin-B-haltiges Sauerkraut kannst du mitunter auch nach 15 Jahren noch verzehren. Ein vielseitig einsetzbares Mittel ist Natron.

Die Lagerhaltung ist ein zentrales Thema beim Prepping
Die Lagerhaltung ist ein zentrales Thema beim Prepping

Neben diesen Produkten aus dem Supermarkt lagerst du Dosen-Pumpernickel, Notverpflegung NRG-M (hier kaufen) und Weizenriegel ein.

Große Wasserreserven gehören zur wichtigsten Ausstattung. Daneben brauchst du Wasseraufbereitungstabletten und Behältnisse.

Hygieneartikel und Medikamente sind unverzichtbar.

Klassiker sind:

  • Ibuprofen
  • Kohletabletten gegen Durchfall
  • Antibiotika
  • Desinfektionsmöglichkeiten

Achte bei den Medikamenten immer auf das Ablaufdatum. Halte ebenso immer Verbandszeug bereit oder stelle dir dein eigenes Erste-Hilfe-Set zusammen (hier habe ich dazu einen Ratgeber-Artikel geschrieben: “Erste-Hilfe-Set: zusammenstellen und anwenden”).

So errichtest du Schutzbauten

Ein geschützter Rückzugsort ist für jeden Prepper wichtig. So sicherst du deine eigenen vier Wände gegen Übergriffe oder errichtest outdoor einen Unterschlupf.

Ein solcher Unterschlupf ist von Bedeutung, wenn du fliehen musst. Darauf bereitest du dich vor und stellst das Vorhandensein mehrerer Fluchtwege sicher. Experten sprechen hier vom Bugging Out.

Mach dich schon im Vorfeld über mögliche Ziele deiner Flucht schlau. Dadurch verhinderst du planloses Umherirren. Abgelegene Orte sind dabei zu empfehlen.

Als Fluchtfahrzeuge bietet sich das Auto oder ein wendigeres Motorrad an. Denk daran, dass es bei Paniksituationen zu Staus kommt. Mit dem Fahrrad bist du zuverlässig unterwegs, da es nicht auf fossile Treibstoffe angewiesen bist.

Am Fluchtort angekommen errichtest du einen provisorischen Schutz. Das gelingt leicht, wenn du dabei mit einer Plane und Holzstämmen arbeitest. Schlafsack und Isomatte hast du immer dabei. In meinem Ratgeberartikel “Wie du ein Shelter baust” findest du alle Infos um ein einfaches Shelter zu bauen.

Im Notfall musst du ein einfaches Shelter bauen können
Im Notfall musst du ein einfaches Shelter bauen können

Schutzkleidung, Werkzeug, Funkgeräte und mehr

Grundsätzlich ist es ratsam, sich körperlich fit zu halten. Dadurch bist du auf Notsituationen besser eingestellt. Es bietet sich an, sich Selbstverteidigungspraktiken anzueignen, um im Fall der Fälle Unbefugte in die Flucht zu schlagen.

Manche Prepper setzen zudem auf Waffen. Inwiefern das sinnvoll ist, entscheidet jeder Prepper individuell für sich. 

Halte dich körperlich fit, denn dein Körper ist - richtig eingesetzt - auch eine Waffe
Halte dich körperlich fit, denn dein Körper ist - richtig eingesetzt - auch eine Waffe

Schutzkleidung und Atemschutzmasken hältst du für dich und dein Familie bereit. Diese sind bei einem Atomunglück lebenswichtig, damit du keine Radioaktivität aufnimmst. Dies bewirken einfache Atemmasken, Filtermasken oder umluftunabhängige Systeme.

Um vor Gasen organischer Natur und vor starker Staubentwicklung geschützt zu sein, vertraust du auf einfache Halbmaskenkörper mit Wechselfilter (hier kaufen).

Über Funkverbindungen tauschst du dich mit anderen Betroffenen aus. Diese Verbindungen per Funk werden vor allem wichtig, wenn das Handynetz zusammenbricht. Daher solltest du dir ein echtes Funkgerät zulegen.

In Bezug auf die Werkzeugausrüstung sind besonders Messer eine gute Idee. Damit lassen sich leicht weitere Werkzeuge schnitzen. Das klassische Taschenmesser ist hier eine passende Wahl.

Aber auch Multitool, lokale Karten und ein Kompass hältst du bereit. Ebenso benötigst du Elemente zum Feuer machen. Feuerstahl, Streichhölzer und Feuerzeuge sind hier sinnvoll.

Wenn du lernen willst, wie du mit dem Feuerstahl ein Feuer entzündest, so schaue dir meinen Artikel “Wie du mit dem Feuerstahl schnell und einfach ein Feuer entzündest” an.

Am besten stellst du also eine komplette Survival-Ausrüstung zusammen. In dem Artikel “Diese 11 Tools brauchst du um in der Wildnis zu überleben” schreibe ich detailliert darüber.

Eine Survival-Ausrüstung mit einigen Werkzeugen macht beim Prepping viel Sinn
Eine Survival-Ausrüstung mit einigen Werkzeugen macht beim Prepping viel Sinn

Zusammenfassung

Beim Prepping geht es also darum, sich auf verschiedene Notsituationen einzustellen. Damit dir dies gelingt, sind

  • ein sicherer Rückzugsort,
  • medizinische Versorgung und
  • ausreichend Lebensmittel

von entscheidender Bedeutung. Außerdem ist es wichtig, sich um geschützte Fluchtwege zu kümmern und seine Umgebung gut zu kennen.

Wer autark und damit ganz unabhängig von anderen Menschen und Strukturen lebt, ist im Vorteil. Deswegen lohnt es sich, einen Nutzgarten anzulegen. Für schlimmere Krisen sind auch Schutzkleidung und Kommunikationsverbindungen zu anderen Personen nötig. Letztlich ist es wichtig, dass nicht Jeder gegen Jeden vorgeht, sondern man sich im echten Notfall solidarisch verhält.

Wer diese Tipps fürs Prepping berücksichtigt, der ist bei einem Notfall gut gerüstet!


Und nun würde ich gerne von dir wissen, ob du dich auf etwaige Notfallsituationen vorbereitest?

Hast du dich mit dem Thema schon auseinandergesetzt? Hast du eine Vorratshaltung?


Quellenangaben

https://www.bbk.bund.de/DE/AufgabenundAusstattung/CBRNSchutz/Physik/RN-Gefahren/Schutz_Physik/Schutz_Physik_node.html


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