Das Mora Garberg Carbon – ein solides und belastbares Bushcraft-Werkzeug

Kategorie: Ausrüstung | noch kein Kommentar


Martin Gebhardt

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Ich habe lange überlegt und es dann getan.

Das Mora Garberg Carbon sollte mein neues Messer werden.

Taucht es etwas? Oder ist es "overhyped"?

Mein Review und Test zum Mora Garberg Carbon erfährst du nun in den nächsten 5 Minuten.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin ein kleiner Mora-Fan

Schon lange nutze ich regelmäßig das Mora Robust.

Es ist einfach ein geniales Teil: Super bequem. Sehr scharf. Ungemein günstig.

Nur es ist eben kein Full-Tang-Messer und es besitzt keinen 90 Grad Klingenrücken.

Weil sich viele Bushcrafter und Outdoor-Enthusiasten aber ein Vollerl-Messer gewünscht haben, kam die Antwort im Jahr 2016 von der Firma Mora.

Das Mora Garberg Messer mit dem Sandvik 14C28N-Stahl war geboren.

Mora Garberg Carbon mit der einfachen Kunststoffscheide
Mora Garberg Carbon mit der einfachen Kunststoffscheide

Da ich aber keine Stainless-Messer (rostfreie Messer) mag, habe ich damals auf das gute Stück verzichtet. Auch der Preis hat dabei eine Rolle gespielt.

Zwei Jahren später kam die Kohlenstoffstahl-Version. Und dieses Messer besitze ich nun seit längerer Zeit.

Hinweis: Kohlenstoffstahl-Messer rosten leicht ohne die richtige Pflege. Dafür können sie besser nachgeschärft werden und erreichen oft einen höheren Schärfegrad als Stainless-Messer.

Robustes Messer, Messerscheide in Ordnung

Das Mora Garberg Carbon habe ich mit der Kunststoffscheide gekauft. Aber beim Kauf kannst du noch zwischen Multi-Mount- und Lederscheide wählen.

Bei der Kunststoffscheide sind unten zwei Löcher integriert, falls das Wasser ablaufen muss. Das ist eine gute Sache, gerade bei der Kohlenstoffstahl-Version (rostet ja schneller).

Die Scheide hat einen abnehmbaren Leder-Loop womit man sie an Gürtel befestigen kann.
Die Scheide hat einen abnehmbaren Leder-Loop womit man sie an Gürtel befestigen kann.

Die Messerscheide ist grundsätzlich in Ordnung. Ein wenig fester sollte das Messer jedoch darin sitzen. Das liegt aber wohl daran, dass die Scheide auf "Multimount" erweiterbar ist (dadurch sitzt das Messer noch sicherer in der Messerscheide).

Das Messer an sich ist sehr robust (wie sein kleiner Bruder). Hier die Daten:

  • Es besitzt eine Klingenstärke von 3,2 mm
  • Die Klingenlänge beträgt 10,8 cm
  • Gesamtlänge des Messers mit Griff: 22,9 cm
  • Der Stahl ist ein C100, besser bekannt als 1095 (58 bis 60 HRC)
  • Scandi-Schliff (gut für Holzarbeiten)
  • Gewicht vom Messer ohne Messerscheide: ca. 169 Gramm

Ich war sehr gespannt, was ich für 80 € bekomme

Ich habe Videos angeschaut und Berichte gelesen zum Mora Garberg Carbon. Da wurde meistens nur Gutes über das Messer erzählt.

Also bestelle ich es mir und wenig später kam das Messer an. Ich packte es voller Erwartungen aus.

Und dann hatte ich ein stumpfes Teil in der Hand.

So ein stumpfes Messer hatte ich noch nie von Mora bekommen.

Ich habe unter anderem das Mora Companion Carbon, das Mora Schnitzmesser "Hook Knife". Die waren alle sehr scharf, als sie ankamen.

Und nun hatte ich ein Morakniv Messer, das, "Out of the box", so stumpf wie eine Gartenschaufel war.

Ok, erst mal keine Panik schieben.

Nach 45 Minuten schleifen und schärfen, hatte ich dann endlich Rasiermesser-Schärfe erreicht.

Aber mal ehrlich? Für 80 Euro erwarte ich mehr.

Die andere Sache, die mich enttäuscht hat, war der Griff

In den Videos und Reviews wurde berichtet, dass der Polyamid-Griff super bequem ist. Naja, für mich leider nicht. Der Griff vom Mora Garberg Carbon ist mir zu hart.

Der Griff ist nicht sehr komfortabel, aber auch nicht unbequem.

Der Griff wurde aus Polyamid gemacht und ist mir etwas zu hart.
Der Griff wurde aus Polyamid gemacht und ist mir etwas zu hart.

Gewöhnt war ich die weichen Griffe vom Mora Robust oder vom Mora Companion (lies hier mein Review).

Beim Mora Robust habe ich das Gefühl, dass der Griff extra für meine Hände gegossen wurde.

Was gut ist am Griff vom Mora Garberg Carbon: Am Ende schaut ein Stück vom Metall der Full-Tang-Klinge heraus.

Das Ende ist hauptsächlich dafür da, um auf irgendwas zu hämmern und um im Notfall damit ein Fenster einschlagen zu können.

Deinen Feuerstahl reißt du damit auch problemlos an.

Am Ende des Griffes befindet sich noch ein Fangriemenloch oder "Lanyard Hole". Dadurch passt locker 550er Paracord.

Nach einer Stunde schnitzen keine Druckstellen

Die Klinge ist mit einer Anti-Korrosion-Schicht überzogen. Manche mögen so etwas nicht. Mich stört das nicht.

Ob die Beschichtung seine Zwecke erfüllt und die Klinge vor Rost wirklich schützt, werde ich noch sehen.

Kommen wir zum Positiven. Nun der Praxistest.

Nach einer Stunde Holzlöffel schnitzen (hier lernst du wie das geht) hatte ich keine "Hot-Spots" an meinen Händen – also Druckstellen, wo es mit der Zeit anfängt zu schmerzen.

Weiterhin gefällt mir der Messerrücken ausgezeichnet. Er lässt sich gut mit einem Feuerstahl bedienen.

Funkenregen mit dem Messerrücken und dem Feuerstahl.
Funkenregen mit dem Messerrücken und dem Feuerstahl.

Und du kannst damit problemlos Holz- und Kienspanspähne für deinen Zunder abkratzen.

Die Klinge ist optimal fürs Bushcrafting

Eine so lange Klinge (10,9 cm) war ich nicht gewohnt, trotzdem kann ich damit wunderbar arbeiten.

Die Klinge ist optimal fürs Bushcrafting, bei dem ich eine Klingenlänge von 8 bis 12 cm empfehle (hier mehr über das beste Bushcraft-Messer).

Apropos Klingenlänge: Ja, du darfst das Garberg legal in Deutschland mitführen. Es ist 42a konform (lies hier mehr zum Messerrecht).

Ich mag mit Messern ungerne batonen (Holz spalten), aber trotzdem habe ich es getestet. Es funktionierte großartig mit dem Scandi-Schliff.

Wenn das Messer die richtige Schärfe besitzt, dann hält sie auch. Ich ziehe das Garberg trotzdem nach jedem Gebrauch auf einem Lederriemen ab. Es ist für mich zu einem Ritual geworden.

Ein paar mal über den Lederriemen abgezogen, so bleibt das Messer rasiermesserscharf für die nächste Aufgabe, z.B. um Feathersticks herzustellen.
Ein paar mal über den Lederriemen abgezogen, so bleibt das Messer rasiermesserscharf für die nächste Aufgabe, z.B. um Feathersticks herzustellen.

Ich arbeite mit dem Messer noch nicht sehr lange, aber ich kann jetzt schon sagen, dass wir gute Freunde werden.

Nach einem längeren Feldtest werde ich vielleicht noch den Artikel hier aktualisieren.

Lohnt sich das Messer zu holen? Ja.

Wer das nötige Kleingeld noch nicht zusammen hat, der sollte etwas warten.

Am Anfang hat die rostfreie Variante vom Garberg ca. 100 Euro gekostet. Mittlerweile ist es schon für 60 Euro zu haben. Wahrscheinlich sinkt der Preis beim Garberg Carbon auch.

Hier das aktuelle Angebot:

Morakniv Garberg Black Carbon

Morakniv Garberg Black Carbon
  • Mora Garberg Carbon

ab 76,86 €

Artikel anschauen

Die negativen Sachen sind jetzt nicht ausschlaggebend, wodurch du auf einen Kauf verzichten musst (bestimmt wird deins sehr scharf geliefert).

Ich denke, die beiden Garbergs sind noch Prototypen und sie werden in Zukunft noch verbessert.

Manche Messer-Fans wünschen sich jetzt schon ein Garberg Carbon ohne die schwarze PVD-beschichtete Klinge.

Manch andere (darunter auch ich) wollen, dass der Anschliff bis zum Griff gezogen wird, wie bei vielen anderen Modellen. So wird leider derzeit Klinge verschenkt in einem sehr brauchbaren Bereich.

Meine Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • Schnitthaltig
  • Tolles Design
  • Gute Ergonomie und benutzerfreundlich handzuhaben
  • Das Garberg ist sehr gut ausbalanciert
  • Einfach zu schärfen

Nachteile:

  • Fabrikschärfe nicht optimal (jedenfalls bei mir)
  • Der Griff dürfte bequemer sein
  • Das Messer sitzt in der Scheide etwas zu locker

Das Mora Garberg Carbon ist grundsätzlich ein solides und ausgereiftes Produkt.

Preislich ist es etwas teuer, aber gerechtfertigt (es gibt weitaus schlechtere Messer in der Kategorie).

Wenn du ein hartes Arbeitstier suchst, was schnitthaltig ist, dann greife zum Mora Garberg Carbon.


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