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5 Angeltechniken für deinen Survival-Werkzeugkasten – so fängst du Fische ohne moderne Ausrüstung

Diese Survival-Angeltechniken helfen dir, in einer Notsituation, ohne moderne Ausrüstung, an Fische zu gelangen. So stillst du deinen Hunger und Eiweißbedarf.

von Martin Gebhardt | Survival | noch kein Kommentar
5 Angeltechniken für deinen Survival-Werkzeugkasten – so fängst du Fische ohne moderne Ausrüstung

Martin Gebhardt

Von Martin Gebhardt. Schaue auf seine “Über mich”-Seite und abonniere seinen Newsletter.


Hochwertige Angelausrüstung ist ohne Frage sehr praktisch und kann das Fangen von Fischen erleichtern.

Allerdings ist Angelausrüstung auch zusätzlicher Ballast für deinen Aufenthalt in der Wildnis und in Survival-Situationen wirst du sie wahrscheinlich nicht dabei haben.

Fische sind jedoch eine erstklassige Quelle an Proteinen und Fetten. Daher stellte sich mir die Frage, wie die Menschen früher an Fische gekommen sind!

Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und möchte hier das Ergebnis meiner Recherche mit dir teilen.

Im Folgenden findest du die primitive Angelmethoden, die Menschen bereits vor tausenden von Jahren angewendet haben:

Die Geschichte zum Angeln und Fischfang

Noch bevor Angeln zu einem Sport oder einer Freizeitaktivität wurde, ging es schlicht weg ums Überleben.

Durch Fossilienfunde ist bekannt, dass schon Homo habilis und Homo erectus vor ca. 500.000 Jahren als Fischer einen Teil ihrer Nahrung gefangen haben (Quelle).

Es ist hier schwierig zu sagen, wie der Fischfang vollzogen wurde, da von Werkzeugen jegliche Spur fehlt. Wahrscheinlich ist, dass die Tiere per Hand aus dem Wasser gezogen wurden.

Genauere Annahmen werden über den Homo sapiens in den Anfängen der Fischerei gemacht. Hier vermuten Wissenschaftler den Ursprung zwischen 40.000 und 10.000 Jahren vor Christus (Quelle).

Der älteste bekannte stabförmige Angelhaken ("Gorge Hook") ist etwa 16.000 - 23.000 Jahre alt und wurde in einer Höhle in Osttimor gefunden. Funde in der Höhle deuten aber darauf hin, dass dort Menschen bereits vor 42.000 Jahren fischten. Die bislang ältesten gekrümmten Angelhaken (Krummhaken) wurden in Wustermark, Brandenburg, gefunden (Quelle).

Andere Stämme nutzen Gifte, um die Fische zu betäuben und anschließend ohne viel Aufwand aus dem Wasser zu holen.

In Ägypten wurden Fischernetze, Speere, Leinen und Ruten gleichzeitig eingesetzt. Auch kleine Boote fanden Verwendung und Angelhaken aus Metall wurden dort zum ersten Mal 600 v. Chr. zum Einsatz gebracht. Sowohl an Malereien in den Grabstätten als auch in verschiedenen Papyrusrollen wurde dies festgehalten.

Während der griechisch-römischen Antike wurde Fisch zu einem wichtigen Handelsgut. Gefischt wurde hauptsächlich mit Netzen, jedoch war es bis zur Erfindung des Kühlschranks noch ein langer Weg.

Somit mussten andere Methoden zur Verlängerung der Haltbarkeit herhalten. Eine Methode war die Fermentierung und anschließende Verarbeitung zu „Garum“, was als eine beliebte Würzzutat für andere Gerichte diente. Trockenfisch war eine weitere Möglichkeit, den Fisch haltbar zu machen.

Lange Zeit wurde Fisch in der Sonne getrocknet und so haltbar gemacht
Lange Zeit wurde Fisch in der Sonne getrocknet und so haltbar gemacht

Über die Zeit hat sich der Fischfang vom Prinzip nur wenig verändert, aber im Detail sehr gewandelt. In diesem Artikel möchte ich wieder einige Jahrtausende zurückgehen und mir die ursprünglichsten Methoden mit den grundlegendsten Werkzeugen anschauen.

Achtung: Fange keine Fische mit den nachfolgend aufgeführten Methoden, sofern du nicht ums Überleben kämpfst. In Deutschland darfst du Fische nur mit der entsprechenden Berechtigung fangen (z. B. mit einem Fischereischein und einer Angelkarte). Weiterhin sind die meisten vorgestellten Fangmethoden nicht legal in Deutschland oder du benötigst die Erlaubnis.

5 Ursprüngliche Methoden, um Fische zu fangen

Angeln ist für viele Menschen ein beliebter Zeitvertreib, aber in einer Notsituation ist es eine geniale Möglichkeit, um an Fleisch zu kommen.

Angeln kann dir helfen, zu überleben, egal ob es sich um einen unerwarteten Notfall handelt, z. B. wenn du dich verirrt hast, oder während eines langfristigen SHTF-Szenarios.

Auch wenn das Finden von Nahrung nie deine erste Priorität sein sollte (vorher steht noch an, einen Unterschlupf zu bauen, ein Feuer zu machen und Wasser zu finden), ist es wichtig.

Hier sind einige originelle Methoden, die du vielleicht noch nicht in Betracht gezogen hast und dir wohl möglich einen fetten Fisch bescheren.

1. Fische mit der Hand fangen

Wenn ich an grundlegende Werkzeuge denke, sind meine Hände oft das Letzte, das mir in den Sinn kommt. Unsere Hände sind aber genau das: Werkzeuge! Mit der richtigen Technik fangen wir damit Fische.

Besonders in Nordamerika gibt es eine ganze Sportkultur, die sich auf das Fangen von Katzenwelsen fokussiert hat. Katzenwelse oder auch Zwergwelse genannt, jagen in dunklen Bereichen von Seen und Flüssen.

So halten die Fische sich beispielsweise in hohlen Baumstämmen, Löchern unter Steinen oder in Felsspalten auf. Suche nach solchen Gegebenheiten vom Ufer aus. Hat das Versteck zwei Eingänge, halte ein Ende ruhig zu.

Als Nächstes musst du mit deiner starken Hand in das Versteck fassen und deine Finger wie Würmer bewegen. Deine Finger dienen hier als Köder. Beißt der Fisch zu, musst du zugreifen und das Tier aus dem Wasser holen. Vorsicht vor den Barteln! Diese können sehr scharf sein und dich verletzen.

fische mit der hand fangen

Katzenwelse sind zwar in Europa nicht heimisch, wurden jedoch vor einiger Zeit hier als Zuchtfische eingebracht. Die Chance besteht, dass du sie auch hier finden kannst.

Du kannst dein Glück auch mit anderen Fischen versuchen. Da musst du sehr viel Geduld mitbringen und im richtigen Moment schnell sein. Ich habe schon Berichte über die ein oder andere handgefangene Forelle gelesen.

2. Speerfischen

Das Fischen mit einem Speer ist eine Disziplin für sich und erfordert Geduld und Übung. Zuerst benötigst du einen Speer und hier zeige ich dir, wie du einen herstellst.

Diesen kannst du dir aus einem starken Stock oder Holz fertigen. Entweder spitzt du ein Holzende an oder befestigst einen scharfen, spitzen Gegenstand am vorderen Ende. Dazu eignen sich Steine oder Metall.

Idealerweise stellst du dich zum Speerfischen in seichtes Wasser und bleibst ohne viel Bewegung dort stehen. Die Fische können sich an dich gewöhnen und kommen wieder näher zu dir heran.

Alternativ kannst du auch vom Ufer fischen. Achte in beiden Fällen darauf, dass dein Schatten nicht direkt ins Wasser fällt. Er versperrt dir die Sicht und die Fische könnten abgeschreckt werden.

primitive fisch speere harpunen

Schwimmt jetzt potenzielle Beute in Reichweite, schlägst du zu. Die ersten Male wirst du höchstwahrscheinlich nicht treffen, aber lass dich nicht entmutigen.

Der Umgang mit dem Speer muss gelernt werden. Außerdem verzerrt das Wasser deine Sicht leicht, wodurch du lernen musst, anders zu zielen. Wie zuvor erwähnt: Probieren geht über Studieren.

Bleib dran und du lernst einen essenziellen Survival-Skill!

3. Fischfallen

Diese Methode ist ideal, wenn du nebenbei noch andere Aufgaben erledigen musst.

Sie erfordert einmalig Arbeit und kann dann mehrmals verwendet werden. Allerdings hängt der Erfolg hier maßgeblich vom Standort ab und selbst dann ist nichts garantiert.

Du solltest in jedem Fall ein fließendes Gewässer in der Nähe haben, aber deine Falle sollte auch nicht weggeschwemmt werden.

Du kannst für die Falle jedes Gefäß nehmen oder bauen, welches einen schmalen Eingang besitzt. Somit werden Fische oder auch Krebstiere hineinlockt, aber sie kommen nicht mehr heraus.

Dazu kannst du eine Plastikflasche, Glasflasche oder Ähnliches nutzen. Im kreativsten Fall baust du dir die Falle aus natürlichen Ressourcen wie Zweigen, Rinde oder was dir sonst so in den Sinn kommt.

Eine urtümliche Fischfalle, mit denen heute noch gefischt wird
Eine urtümliche Fischfalle, mit denen heute noch gefischt wird

Die Falle legst du nun ins Wasser und richtest sie mit dem Eingang gegen die Laufrichtung des Gewässers aus. Nach einigen Stunden oder einer Nacht kannst du die Falle auf Beute untersuchen.

Diese Fallenart kannst du auch mit Steinen bauen, wie du auf dem Bild siehst:

Eine einfache Fischfalle nur aus Steinen gebaut
Eine einfache Fischfalle nur aus Steinen gebaut

4. Stäbchenförmige Angelhaken („Gorge Hooks“)

Wie oben bereits erwähnt, ist es möglich, sich Angelhaken aus Naturmaterialien oder auch aus Müll selbst herzustellen.

Der Gorge Hook ist ein extrem einfaches, aber hochwirksames Werkzeug, das heute genauso gut funktioniert wie vor tausend Jahren. Und in einem Überlebensszenario kann es ein echter Lebensretter sein.

Die Grundvoraussetzung besteht darin, ein Stück Holz oder Knochen zu schnitzen, das sich in der Speiseröhre oder den weichen Innereien eines Fisches festsetzen kann, um ihn effektiv ohne Widerhaken zu fischen.

Es ist eine effektive Methode, um Fische zu fangen, wenn die Proteingewinnung das Hauptziel ist. Karpfen, Welse, Forellen und Barsche saugen Köder mit Begeisterung ein. Durch diese Saugtechnik, wird der Köder tief in den Schlund des Fisches befördert. Wenn alles gut läuft, dreht sich der Gorge Hook seitwärts und steckt fest.

Die ersten Angelhaken, waren stäbchenförmige Haken, sogenannte Gorge-Hooks
Die ersten Angelhaken, waren stäbchenförmige Haken, sogenannte Gorge-Hooks

Einen Gorge Hook zu bauen, ist einfach:

1. Suche zuerst ein dünnes, starres Stück Knochen, Horn oder Hartholz. Es sollte ungefähr 2 bis 2,5 cm lang sein, je nachdem, auf welche Fische du Jagd machst. Kleinere Haken sind gut für kleinere Fische.

2. Schärfe beide Enden zu einer Spitze und schnitze eine flache Rille in die Mitte, wodurch eine Aussparung entsteht, in der die Angelschnur sitzen kann. Binde Monofil-Faden, Zahnseide oder Tauwerk an den Haken – was auch immer für ein schnurähnliches Material du im Notfall finden wirst – und befestige den Knoten fest in der geschnitzten Rille.

3. Zum Schluss bestückst du den Gorge-Hook mit einem Lebendköder, wie eine Heuschrecke, ein Käfer, ein Fisch oder eine Languste. Das wird am besten erreicht, indem der Haken vollständig in den Köder gespießt wird, sodass er parallel zur Schnur bleibt und nach oben und unten zeigt. Stelle dann sicher, dass deine Schnur lang genug ist, um sie weit ins Wasser zu bringen. Befestige das Ende ohne Köder an einem Stock, Ast oder Anker. Setze dann den Köderhaken in das vielversprechendste Stück Wasser, das du finden kannst, und warte, bis ein Fisch anbeißt. Achte darauf, dass der Fisch den Köder vollständig gefressen hat, um sicherzustellen, dass sich der Haken dreht und festsitzt, was deine Mahlzeit garantiert.

Der Gorge Hook mit Köder – Links noch nicht ganz im Köder verschwunden
Der Gorge Hook mit Köder – Links noch nicht ganz im Köder verschwunden

Ideal eignen sich als Angelschnur Pflanzenfasern (wie die der Brennnessel z. B.), die du verflechtest. Auch hier gilt es dies zu üben, denn Schnüre und Seile benötigst du fast überall.

In meinem Ratgeber zum Seile drehen findest du alles, was du dazu wissen musst.

5. Fischen mit dem Netz

Voraussetzung für diese Methode ist ein Netz. Ich habe es leider schon öfter sowohl am Strand als auch an Flüssen erlebt, dass Reste von Netzen ans Ufer gespült wurden.

Da kannst du dich natürlich bedienen. Alternativ flechtest du dir dein eigenes Netz. Das erfordert einiges an Übung und du solltest viel Zeit mitbringen.

Hast du erst mal ein Netz, ist der Rest einfach. Du musst nur wissen, wo du dein Netz platzierst, damit möglichst viele Fische hineinschwimmen. Eventuell ist es sogar nötig, selbst ins Wasser zu steigen und die Fische in dein Netz zu treiben.

Dies funktioniert am besten in seichten Gewässern.

fisch am netz

Fazit zu Angeltechniken für deinen Survival-Werkzeugkasten

Solltest du mal ohne deine Angelausrüstung oder dein Angelkit unterwegs sein, hast du hier einige Methoden kennengelernt, um trotzdem Fische zu fangen.

Besitzt du genug freie Zeit, kannst du die Methoden nach Belieben kombinieren. Eine Falle ins Wasser zu legen, ist schnell erledigt.

Danach kannst du dich mit dem Speer ausrüsten und auf die Jagd gehen.

Wie immer: Sei dir darüber bewusst, dass es sich bei deinen gefangenen Fischen um Lebewesen handelt. Schätze sie wert und sei dankbar für die Nahrung, die die Natur für dich bereitstellt!

Dein Martin

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Quellenangaben

http://www.historyoffishing.com/

https://www.fieldandstream.com/blogs/field-notes/survival-fishing-how-to-make-a-gorge-hook/

https://www.battlbox.com/blogs/battlbox/no-rod-and-reel-try-these-survival-fishing-techniques

https://de.wikipedia.org/wiki/Katzenwelse

https://survivallife.com/primitive-fishing-techniques/

Martin Gebhardt

Martin Gebhardt

Howdy, ich bin Martin. Auf meinem Blog lernst du die Basics sowie zahlreiche Details zum Leben in der Wildnis. Mit dem Survival-Basic-Kurs bist du auf dein nächstes Abenteuer erstklassig vorbereitet. Das sind 7 Lektionen, die dir Power für die Wildnis geben.

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