10 Bushcraft- und Survival-Fertigkeiten, die du diesen Winter ausprobieren solltest

Der Winter bringt Kälte und Dunkelheit. Aber das Gute ist: Es gibt viele Bushcraft- und Survival-Fähigkeiten, die du auch in den Wintermonaten üben kannst.

von Martin Gebhardt | Bushcraft | noch kein Kommentar
10 Bushcraft- und Survival-Fertigkeiten, die du diesen Winter ausprobieren solltest

Martin Gebhardt

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Der Winter ist eine Zeit, in der unzählige Menschen einen Winterschlaf halten und viel weniger Zeit im Freien verbringen als im Sommer.

Ich bin mir nicht sicher warum, da ich es liebe, alle Jahreszeiten zu erleben.

Es gibt nichts Schöneres als einen Spaziergang im Wald oder über die Felder an einem kalten, klaren Wintertag, an dem jeder Atemzug sichtbar in der Luft hängt.

Und das Gute ist: Es gibt viele Bushcraft- und Survival-Fähigkeiten, die du auch in den Wintermonaten üben kannst.

Ich zeige dir nun 10 Ideen, um deine Fertigkeiten zu verbessern.

1. Eine Schneehütte bauen

Ich kann mich noch gut an die Winter in Thüringen in meiner Kindheit erinnern. Manchmal hatten wir einen Meter Neuschnee und ich liebte es, darin eine Höhle zu bauen.

Denn aus Schnee lassen sich ganz wunderbare Höhlen und Schutzbehausungen bauen. Das funktioniert besonders gut bei Schneeverwehungen oder wenn du einen Hügel vorfindest.

Eine Schneehöhle bauen
Eine Schneehöhle bauen

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Schneebehausungen, die du bauen kannst.

1. Das Iglu. Dafür formst du Schneeblöcke aus verdichtetem Schnee. Diese stapelst du dann in einem Kreis bis eine Kuppel entsteht. Für ein Iglu brauchst du festen, also verdichteten, Schnee, sonst fallen deine Blöcke auseinander.

2. Ein Quinzee. Hier gräbst du in einen vorhandenen Schneehaufen. Dieser Schnee kann sich auf natürliche Weise durch Verwehungen bilden. Mit der Zeit verfestigt sich dann der Schneehaufen und du kannst eine Höhle darin bauen. Alternativ schüttest du auch deinen eigenen Hügel auf, verdichtest den Schnee und gräbst dann eine Höhle hinein.

Schneehöhlen solltest du nicht nur als Notunterunterkunft betrachten. Sie sind auch perfekt für einen Schlafplatz in den Bergen nutzbar.

Der Vorteil: Iglus und Schneehöhlen sind wetterfester und robuster als Zelte in den Bergen.

Gerade, wenn starker Wind weht, ist eine Schneehöhle Gold wert. Außerdem erreichst du in ihnen höhere Temperaturen als in einem Zelt.

Nur mit Körperwärme und einer Kerze erreichst du leicht eine Innentemperatur von knapp unter dem Gefrierpunkt, während es draußen dreißig Grad unter dem Gefrierpunkt ist.

Aber Achtung: Ein Feuer gehört nicht in eine Schneehöhle
Aber Achtung: Ein Feuer gehört nicht in eine Schneehöhle

In einer gefährlichen Winterumgebung ist das Wissen über Schneehöhlen nützlich und eine wesentliche Überlebensfähigkeit.

Das kann auch ein lustiges Abenteuer sein, sogar in deinem Garten. Wenn du diesen Winter die Gelegenheit dazu hast, empfehle ich dir dringend, in einer Schneehöhle zu schlafen.

Lesetipp: 7 Gefahren von Schneehöhlen und wie du sie vermeidest (+Meinung von einem Survival-Trainer)

2. Feuer entzünden

Dir ist sicher klar, dass es im Winter schwieriger ist, ein Feuer zu entzünden. Egal, ob du nun den Feuerbohrer, den Feuerstahl oder Streichhölzer nutzt – es ist in kalten und feuchten Jahreszeiten oft schwieriger, als im warmen, trockenen Sommer.

Hast du schon mal ein Feuer mit einem Feuerbohrer an einem feuchten Morgen im November entzündet, in dem der Nebel über dem Feld lag? Ich kann dir versprechen, dass dein Holz dann nicht mehr staubtrocken ist und es schwieriger wird.

Schon im Sommer habe ich einmal den Feuerbohrer draußen vergessen und es war nicht möglich am Morgen eine Glut damit zu erzeugen – der Feuerbohrer war feucht geworden.

Feuer im Winter entzünden kann herausfordernd werden
Feuer im Winter entzünden kann herausfordernd werden

Und gerade im Winter ist ein Feuer wichtiger als im Sommer. Ein gutes Feuer wärmt dich und trocknet deine Kleidung. Es gibt dir Licht zum Arbeiten an langen, dunklen Abenden.

Gehe also raus und wende verschiedene Feuertechniken an, die du bereits im Sommer geübt hast.

Kannst du im Winter deine Feuer problemlos entzünden, wird es im Sommer ein Kinderspiel.

Und wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst (und ich hoffe es), dann achte darauf, ohne künstliche Zunder zu arbeiten. Watte, Vaseline, Grillanzünder und Ähnliches bleiben dann zu Hause. Nimm besser natürliche Materialien, so bist du unabhängig im Notfall.

Natürlicher Zunder, wie Birkenrinde, Kienspan oder dein Zundernest wird in einem anderen Zustand sein als im Sommer. Möglicherweise sind deine Favoriten überhaupt nicht brauchbar im Winter.

Konzentriere dich auch besser auf trockene Äste, die am Baum hängen. Alles, was auf dem Boden im Winter liegt, wird sehr wahrscheinlich nass sein.

Im Winter verhalten sich verschiedene Anzündmethoden anders als im Sommer
Im Winter verhalten sich verschiedene Anzündmethoden anders als im Sommer

Der Winter wird dich zwingen, deine Fähigkeiten neu zu fokussieren und zu verfeinern, damit du dich das ganze Jahr auf sie verlassen kannst. Der Winter ist die Zeit, um deine Feuer-Fähigkeiten auf die nächste Stufe zu bringen.

Lesetipp: Feuer machen ohne Feuerzeug oder Streichhölzer (18 Möglichkeiten)

3. Führe eine Nachtwanderung durch und verbessere deine Orientierungsfähigkeit

Sicher fällt dir bei den Wintermonaten ein, dass es schnell dunkel wird und die Tage kurz sind. Diesen Effekt wollen wir uns aber nützlich machen.

Die dunkle Jahreszeit ist eine vielversprechende Möglichkeit, um Fähigkeiten zu üben, die von der Dunkelheit profitieren.

Auch wenn du dich fast nie im Wald in der Nacht fortbewegst, ist die Navigation und die Orientierung im Dunkeln sehr wertvoll.

Mit einer Stirnlampe bist du bestens ausgerüstet, aber dennoch ist dein Sichtfeld eingeschränkt. In die Ferne blicken funktioniert nicht mehr und auch links und rechts neben dir ist es meistens stockdunkel. Du musst dich demnach mehr konzentrieren, um den Überblick zu behalten.

Übe die Navigation und die Orientierung im Dunkeln
Übe die Navigation und die Orientierung im Dunkeln

Die Navigation bei Nacht verbessert deine Karten- und Kompassfähigkeiten und diese können in schwierigeren Situationen angewendet werden, die sogar bei Tageslicht auftreten können. Und es ist aufregend und macht Spaß, im Dunkeln zu sein und seinen Weg zu finden.

Hinzukommt, dass viele Tiere dämmerungs- oder nachtaktiv sind. Du hast also die Chance in der Dämmerung Dinge zu sehen, die sonst keiner sieht, weil die meisten Menschen bei Dunkelheit den Wald verlassen.

Lesetipp: 8 Tipps, um im Winter besser zu wandern

4. Fährtenlesen

Während das Entzünden eines Feuers im Winter schwieriger ist, ist das Fährtenlesen – also das Identifizieren und Verfolgen von Tierspuren – um einiges einfacher. Im Schnee siehst du fast alle Spuren, ganz im Gegenteil zu Laub und Gras im Sommer.

Im Schnee Spuren zu lesen ist großartig, denn es gibt – mit Ausnahme von feuchtem lehmigem Sand – kein besseres Substrat um klare Trittsiegel zu entdecken. Das Tier, das die Spuren hinterlassen hat, ist leichter zu identifizieren.

Tierspuren sind im Schnee oft besser sichtbar
Tierspuren sind im Schnee oft besser sichtbar

Dadurch kannst dich mit ganzen Fußabdrücken vertraut machen, während du zu anderen Jahreszeiten möglicherweise nur einen Teilabdruck finden wirst. Einen klares Trittsiegel zu identifizieren ist wie ein Geschenk und es wird dir zu anderen Zeiten helfen.

Hinzukommt, dass du Tierspuren im Schnee richtig gut verfolgen kannst. Die ganze Fährte setzt sich meistens über hunderte Meter zusammen.

Im Sommer triffst du auf weichen Schlamm mit tollen Trittsiegeln, aber für Anfänger ist es schwierig, sich ein komplettes Bild zu machen. Auf Schnee wird die gesamte Strecke erfasst und du kannst der Spur viel einfacher folgen.

Es ist recht sinnvoll, dass du die Tierspuren abzeichnest und dir Notizen machst.
Es ist recht sinnvoll, dass du die Tierspuren abzeichnest und dir Notizen machst.

Da die Fährte klarer ist, kannst du auch bestimmte Aktivitäten und Verhaltensweisen des Tieres viel besser deuten.

Selbst ein erfahrener Tracker kann bei Schneeverhältnissen viel mehr Informationen sammeln. Der Winter ist eine großartige Jahreszeit, um sich mehr mit Tierspuren zu befassen.

Lesetipp: Fährtenlesen lernen für Anfänger (mit vielen Bilder-Beispielen)

5. Lerne die Sterne am Himmel kennen

Bushcraft bedeutet auch, die Natur mit ihren Abläufen zu verstehen.

Und die Sterne am Himmel gehören zur Natur, auch wenn sie weniger greifbar sind als der Boden unter deinen Füßen oder die Bäume, Pflanzen und Tiere, die uns in der freien Natur umgeben.

Den Himmel zu studieren ist an sich schon interessant. Und das Erlernen der Stellung der Planeten und Sterne ist ebenfalls nützlich – besonders wenn du damit navigieren möchtest.

Mit den Sternen lässt es sich an einem wolkenfreien Nachthimmel navigieren
Mit den Sternen lässt es sich an einem wolkenfreien Nachthimmel navigieren

Bei der Navigation mit Sternen fallen dir sicher die Seefahrer ein. In der Tat war das früher die einzige Möglichkeit auf hoher See die korrekte Richtung zu bestimmen.

Wenn du dein Wissen über den Himmel, die Positionen der Sterne und ihre Bewegung verbesserst, verbesserst du deine Navigationsfähigkeiten erheblich.

Und der Winter unterstützt uns hier erheblich, denn es ist viel länger dunkel als im Sommer – eine großartige Gelegenheit, um die Sterne genauer zu studieren.

Lesetipp: Navigation und Orientierung ohne Kompass – diese 11 Methoden lassen dich sicher die Himmelsrichtungen bestimmen.

6. Identifizierung von essbaren Pflanzen

Essbare Pflanzen finden ist eine großartige Möglichkeit, um in der Natur zu überleben oder nur um dem Wildnis-Salat eine ganz spezielle Note zu geben.

Auch im Winter findest du allerhand essbare Pflanzen im Wald und auf Wiesen.

Mach es doch mal wie die Hasen oder die Mäuse und grabe unter dem Schnee nach Pflanzen. Du wirst überrascht sein, was du alles finden wirst.

Auch im Winter findest du essbare Pflanzen
Auch im Winter findest du essbare Pflanzen

Und auch wenn kein Schnee liegt, solltest du prüfen, welche essbaren Pflanzen im Winter zu finden sind.

Auf dem Bild oben habe ich im Januar Vogelmiere, Löwenzahn und Spitzwegerich gefunden – alles drei essbare und leckere Pflanzen.

Lesetipp: Essbare Pflanzen: diese Notnahrung findest du im Wald

7. Identifizierung von Bäumen

Laubbäume, im Winter zu identifizieren, kann eine Herausforderung sein.

Diese Herausforderung lohnt sich jedoch, denn sie verbessert deine Fähigkeit, nützliche Ressourcen in den kälteren Monaten des Jahres zu identifizieren. Und im Sommer funktioniert es um so leichter.

Im Sommer schauen wir oft nach den Blättern oder Blüten. Aber die meisten Merkmale im Winter bei Laubbäumen sind auch im Frühjahr, Sommer und Herbst vorhanden.

Besonders die Rinde ist in fast allen Jahreszeiten gleich und ein wunderbares Merkmal zur Bestimmung.

Bei den immergrünen Bäumen, also den Nadelbäumen, ist eine Identifikation jedoch mit den Blätter, also den Nadeln, möglich.

Zwar ruhen die Wälder, Hecken und Wiesen, aber es gibt auch in den Wintermonaten viel zu studieren. Gerade, wenn die Blätter fehlen, kannst du dich ganz auf das Sichtbare konzentrieren.

Lesetipps: "6 Bäume, die jeder Survivalist kennen sollte" und schau dir auch "5 bekannte Nadelbäume durch ihre Nadeln bestimmen und erkennen" an.

8. Eine Fackel oder Fettlampe bauen

Habe ich schon erwähnt, dass es im Winter dunkler und länger dunkel ist als im Sommer?

Ich betone den Punkt noch einmal, weil du im Winter zweifellos länger im Camp bleiben wirst. Und du wirst in der dunklen Jahreszeit Licht benötigen. Klar, es gibt Stirnlampen, aber dafür brauchst du ständig Batterien.

Und die meisten von uns fühlen sich unsicher in Dunkelheit.

Das stammt aus einer Vergangenheit, als große und gefährliche Tiere die nächtliche Landschaft durchstreiften und das Licht eines hellen Feuers die einzige wirkliche Verteidigung unserer Vorfahren gegen sie war.

Auch heute noch gibt es viele Menschen, die sich in der Dunkelheit fürchten. Bären sind zwar keine Bedrohung mehr, aber auch bei einem Stromausfall im Sommer oder nach einer Katastrophe musst du nicht im Dunkeln sitzen.

Und deinen Akku deines Telefons musst du mit der Taschenlampen-App auch nicht verbrauchen. Es gibt Möglichkeiten, Licht zu erschaffen. Hier sind zwei davon.

Wie du eine primitive Fackel herstellst

Im Mittelalter wurden Fackeln aus Holzstäben (oder Ästen) gebaut, vorzugsweise aus nassem/grünem Holz, um zu verhindern, dass das Feuer die Finger verbrennt.

Flussrohr, Rohrkolben, Schilf und Rinde können ebenfalls verwendet werden. Bestimmte Arten von Fackeln müssen jedoch mit Bindfaden oder ähnlichem gebunden werden, um sie stabil zu halten.

Spezielle Arten von Rinde (wie Birkenrinde) oder Holz brennen natürlich besser als andere, aber in einer Überlebenssituation kann man nicht immer wählerisch sein.

Eine Fackel aus Stoffresten
Eine Fackel aus Stoffresten

Wie kann man Fackeln selber bauen?

Das einfachste Fackeldesign besteht aus einem Stab mit einem Bündel Lumpen, das an einem Ende angebunden ist und dann in Harz, Pech, Öl, Benzin oder Tierfett getränkt wird.

Falls du keine Lumpen oder Kleidung übrig hast, kannst du das Ende des Stocks mit Birkenrinde umwickeln und mit trockenem Gras, Moos, kleinen Holzstücken oder Blättern ausstopfen.

Es wäre ideal, einige Brandbeschleuniger in deinem EDC-Überlebenskit (Lies hier: Was ist ein EDC?) mitzuführen, wie Paraffin oder Speiseöl. Das sind ausgezeichnete Zusätze für eine Überlebensfackel.

Wenn du über sie aber nicht verfügst, musst du dich mit tierischem Fett (z. B. Speckfett, wenn du Lebensmittel eingepackt hast) oder mit Harz begnügen.

Eine primitive Fackel kann aus einem Zweig oder einem grünen Stab von mindestens 60 cm Länge und 5 cm Dicke, Stoff/Birkenrinde und einer Art Brandbeschleuniger (tierisches/pflanzliches Fett, Paraffin, Kerosin, Harz usw.) gebaut werden.

Profitipp: Du kannst auch ein riesiges Wattestäbchen bauen aus Toilettenpapier. Im nächsten Schritt musst du den Docht in Öl stecken und es etwa zwei Minuten lang einweichen lassen.

Eine Lampe im Glas

Öllampen sind Tausende von Jahren alt, und obwohl dies eine alte Beleuchtungsmethode ist, ist sie nicht veraltet.

Nutze einen pflanzlichen Faserdocht und etwas Öl in einem hitzebeständigen Behälter und schon ist deine Lampe fertig.

Eine Fettlampe ist eine großartige Lichtquelle im dunklen Winter
Eine Fettlampe ist eine großartige Lichtquelle im dunklen Winter

Du kannst viele verschiedene Ölsorten in eine Brennstoffquelle für Beleuchtung verwandeln.

Das kann festes Öl sein, wie Schmalz oder Talg, oder es kann auch flüssiges Öl sein, wie gewöhnliches Pflanzen- oder Mineralöl.

Du brauchst nur einen feuerfesten oder hitzebeständigen Behälter (etwa ein Einmachglas oder eine flache Metalldose).

Verwende kein Trinkglas als Behälter oder irgendetwas anderes, das bei großer Hitze zerbrechen kann.

Halte dich an einen hitzefreundlichen Behälter und an Material aus Pflanzenfasern für den Docht. Zünde den Docht mit einer offenen Flamme an (wie ein Streichholz oder Feuerzeug) und genieße das Ambiente.

Wie du deine eigene Fettlampe baust, zeige ich dir Schritt-für-Schritt im Wildimpuls-Programm.

9. Schnee für Trinkwasser schmelzen

Du weißt sicher, dass Schnee aus Wasser besteht. Es herrscht jedoch ziemliche Verwirrung darüber, wie man am besten Schnee in Wasser verwandelt.

Es gibt zwei Arten wie du effektiv Schnee in einem Topf schmilzt und Wasser daraus herstellst.

1. Du besitzt schon Wasser, erhitzt dieses und fügst dann nach und nach Schnee hinzu. Das warme Wasser schmilzt dann den Schnee. Sammelt sich immer mehr Wasser, kannst du immer mehr Schnee hinzugeben. Achte nur am Anfang darauf, dass du nicht zu viel Schnee auf einmal ins Wasser gibst.

2. Beginne mit einer kleinen Menge Schnee. Schmelze ihn und füge dann immer wieder kleine Mengen Schnee hinzu, sodass er sofort schmilzt, bis du genug Wasser besitzt, um größere Mengen Schnee auf einmal hinzuzufügen. Das ist viel effizienter, als mit einem Topf voller Schnee anzufangen.

Obwohl die beiden obigen Methoden einfach erscheinen, lohnt es sich, sie beide auszuprobieren.

Lernen klappt am besten durch Erfahrung und du wirst wissen, wie viel du von bestimmten Schneearten verwenden musst.

Denn Schnee ist sehr variabel. Manchmal ist er leicht, flauschig und trocken. Manchmal ist er schwer, dicht und nass.

Schnee im Topf schmelzen hört sich leichter an als es ist
Schnee im Topf schmelzen hört sich leichter an als es ist

Wie kann man Schnee ohne Topf schmelzen?

Eine weitere Methode möchte ich dir auch noch mit auf den Weg geben, wenn du schweren und nassen Schnee besitzt und keinen Topf besitzt.

Forme eine große Kugel, die du auf einen Stock aufspießen kannst. Diesen Stock mit der Schneekugel stellst du ans Feuer. Der Stock sollte sich nicht direkt über dem Feuer befinden, aber er sollte an einer guten Wärmequelle stehen.

Nach einer Weile (und es dauert eine ganze Weile, da das erzeugte Wasser zunächst in den Schnee einsickert) beginnt der Schneeblock zu tropfen. Stelle dann eine Tasse oder einen anderen Behälter unter die Tropfen und fange so dein Wasser auf.

Pulverschnee ohne Topf schmelzen

Diese Methode funktioniert gut, wenn du keinen verdichteten Schnee besitzt.

Fülle einen Stoffbeutel oder ein Ersatzkleidungsstück mit Pulverschnee, hänge es dann neben das Feuer und lasse es durch die Strahlungswärme schmelzen. Sobald es zu tropfen beginnt, stellst du eine Tasse oder einen anderen Behälter unter die Tropfen.

10. Schlafe neben einem Feuer

Ich kenne zwei Methoden, um am Feuer zu schlafen.

Es richtig machen und ein wunderbares Erlebnis im Winter erfahren.

Oder es falsch machen und frieren, Rauch einatmen und eine elendige Nacht verbringen.

Eins schon mal vorab: Du brauchst viel trockenes Brennholz, weil es gut brennt und nicht qualmt.

Und du brauchst mehr Brennholz, als du am Anfang vermutest. Es ist normal, dass fast jeder Outdoor-Anfänger unterschätzt, wie viel Brennstoff ein Lagerfeuer braucht – besonders wenn es die ganze Nacht brennen soll.

Herausforderung 1

Beginne damit, in der Nähe eines Feuers zu biwakieren, indem du eine Isomatte (hier meine Topliste), einen Biwaksack und einen Schlafsack verwendest. Lege am besten noch eine Plane herunter.

Such dir eine passende Lage aus, denn du musst beachten, dass dein Schlafsack dich auch von der Wärme isoliert. Manche Leute legen daher ihren Kopf Richtung Feuer, da dieser meistens frei liegt und der Kopf auch am meisten Wärme verliert.

Herausforderung 2

Suchst du eine größere Herausforderung, dann lass den Schlafsack weg und verwende stattdessen eine alte Wolldecke. Achte aber darauf, dass du dir eine Hundertprozentige Wolldecke besorgst (z. B. die oder die).

Wenn du befürchtest, es könnte zu kalt sein, musst du zwei oder mehr Decken nutzen.

Herausforderung 3

Möchtest du noch eine Stufe höher gehen, dann baue dir ein Bett und lass die Isomatte weg. Hast du einmal ohne Isomatte geschlafen, dann weißt du, wie heftig sie dich vor Bodenkälte schützt.

Diesen Mechanismus des Wärmeverlusts musst du durchbrechen und ein Bett bauen. Baue das Bett vor dem Feuer erhöht, sodass die Wärme auch unters Bett gelangt.

Tipp: Baue einen Wärmereflektor, der die Wärme abstrahlt und zu dir transportiert.

Im Winter ohne Schlafausrüstung neben einem Feuer zu schlafen ist besonders herausfordernd.

Gehe schrittweise vor, lerne aus deinen Erfahrungen und fange klein. Nimm am besten noch Freunde oder Freundinnen mit, damit ihr zusammen eure Erfahrung teilen könnt.


Und nun möchte ich von dir Wissen, was du als Erstes diesen Winter ausprobieren wirst? Schreib es in die Kommentare.


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Über den Autor

Martin Gebhardt

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Howdy, ich bin Martin. Auf meinem Blog lernst du die Basics sowie zahlreiche Details zum Leben in der Wildnis. Mit dem Survival-Basic-Kurs bist du auf dein nächstes Abenteuer erstklassig vorbereitet. Das sind 7 Lektionen die dir Power für die Wildnis geben.



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